Soli-Zuschlag: Das Ende naht – wohin mit dem Geld?

Detlef Pohl Berater Zielgruppenansprache Panorama

Ohne Mehraufwand in 30 Jahren 22.000 Euro mehr

Die Bayerische unterstützt Makler dabei mit einem Soli-Rechner. Berater können mit ihren Kunden anhand weniger Eckdaten wie dem jährlichen Bruttogehalt, Familienstand sowie Anzahl der Kinderfreibeträge die Ersparnis berechnen und zugleich sehen, wie sich die gesparten Beiträge auf die eigene Altersvorsorge auswirken könnten.

„Wir empfehlen, die Soli-Ersparnis in die Ruhestandsplanung zu investieren“, sagt Martin Gräfer, Vorstand die Bayerische. Damit profitiere man im Alter von mehr Kapital, Sicherheit und Freiheit, ohne dafür die monatliche Belastung erhöhen zu müssen. Gräfer rechnet vor: Ein Single (ohne Kind) mit 54.000 Euro Jahresbrutto spart ab Januar 2021 rund 43 Euro monatlich. Damit könnte er in 30 Jahren etwa 22.000 Euro erwirtschaften, ohne am Monatsende weniger Geld auf dem Konto zu haben als jetzt.

Der Wegfall des Soli-Zuschlages führt bei Ledigen zu einem Mehreinkommen von bis zu 78 Euro netto monatlich, bei Verheirateten bis zu 156 Euro, rechnet das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) vor. Das IVFP hat schon seit längerem einen Soli-Rechner entwickelt, den inzwischen Canada Life, Stuttgarter, Ergo und Swiss Life nutzen.

Wer nicht von Erleichterungen profitiert

Vor allem Unternehmer und gutverdienende Facharbeiter werden allerdings weiter belastet. „Der Soli ist somit eine Strafsteuer für die Mitte der Gesellschaft“, so Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft. Der Bund der Steuerzahler unterstützte eine Musterklage, die vom Finanzgericht Nürnberg in erster Instanz abgewiesen wurde und nun zur Revision beim BGH liegt (Az.: IX R 15/20).

Verfassungsrechtlich brisant ist vor allem eine Frage: Darf der Gesetzgeber viele komplett vom Soli verschonen und andere weiterhin voll oder teilweise belasten? Die Meinungen von Staatsrechtlern gehen dazu auseinander. Auch Kapitalanleger fragen sich, warum der Soli weiter in voller Höhe auf Erträge oberhalb des Sparerfreibetrags gezahlt werden muss.

Damit werden Vorsorgesparer nicht nur durch die Niedrigzinsen bestraft, sondern müssen weiterhin den Soli-Zuschlag auf die Erträge bezahlen, obwohl die Bundesregierung ja insbesondere die private, Riester-und betriebliche Altersvorsorge stärken will.

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