So läuft die Beratung von Mischbetrieben

Gewerbeschutz Berater Top News von Rainer Kreuzer

Wenn der Klempner auch als Ebay-Händler arbeitet, gibt es für Makler viel zu tun. Mischbetriebe liegen im Trend. Für ihre Absicherung bedarf es einer umfangreichen Beratung.

Beratung von Mischgewerbe; Bild: Adobe Stock/visivasnc

Trotz Internet-Tools bleibt das Mischgewerbe ein beratungsintensives Geschäft für Makler. Bild: Adobe Stock/visivasnc

Selbstständige oder Unternehmen, die neben einem Handwerk Tätigkeiten ausüben, die der Industrie- und Handelskammer zuzuordnen sind, betreiben ein Mischgewerbe. Darunter fällt etwa eine Kfz-Werkstatt, die nebenbei Autozubehör verkauft. Auch wenn ein Betrieb verschiedene Gewerke parallel betreibt – wie ein Maler, der auch Fliesen legt, gilt er als Mischbetrieb.

Sehr viele ihrer Kunden fahren doppelgleisig, berichtet Maklerin Cornelia Bölter. Und es werden immer mehr: Viele Start-ups oder Internethändler betreiben für ihre wirtschaftliche Sicherheit ein Zweitgewerbe. Wenn Bölter diese Kunden zu ihrem Versicherungsschutz berät, muss sie viel Zeit mitbringen.

Relativ einfach sei noch der Abschluss der Sachversicherungen, so die Versicherungsfachwirtin: Dafür würden jeweils die Handelswaren und die Inventargüter beider Gewerbearten zusammen erfasst. Bei der Rechtsschutzversicherung muss die mecklenburgische Maklerin die Daten beider Gewerbearten allerdings getrennt erheben. „Die Versicherer nehmen dann das Gewerbe, welches das höhere Risiko hat, um die Klasse zu ermitteln." Danach erfolge die Einstufung nach der Anzahl der Mitarbeiter.

Ein zeitaufwändiges Geschäft

Ähnlich ist es bei der Haftpflicht. Auch dafür wählt die Versicherungsgesellschaft das Gewerbe mit dem größten Risiko als Bewertungsgrundlage. Das andere Gewerbe mit dem geringeren Risiko werde eingeschlossen, sagt Bölter. „Das muss in der Police eingetragen werden."

Der gesamte Prozess bis zum Abschluss erfordert einige Zwischenschritte, Berechnungen und Recherchen. Wenn ein Makler ein Vertragswerk mit seinem Kunden ermittelt hat, muss er zunächst eine Risikovoranfrage an die Versicherung stellen. Diese prüft das Angebot und schätzt es selbst ein.  

Da es bei einer umfangreichen Betriebsabsicherung nicht zuletzt auch auf die Kosten ankommt, genügt oft eine Voranfrage nicht. Das mit dem Kunden ermittelte Konzept wird ausgeschrieben und von mehreren Anbietern geprüft. Diese unterbreiten der Maklerin dann ihre Angebote für das individuelle Kundenprofil. Ein Vergleich und eine erneute Beratung mit dem Kunden stehen an, bevor es zum Abschluss kommt. Das Mischgewerbe bleibt somit ein zeitaufwändiges Geschäft, auch wenn inzwischen durch Internet-Tools die Ausschreibungen etwas vereinfacht werden.

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