So gelingt der Schutz fürs Sonnendach

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

Verbraucherschützer weisen zudem darauf hin, dass Mieter eines Einfamilienhauses auch das Dach vom Eigentümer pachten können, um dort eine Photovoltaikanlage zu betreiben. Strom selbst zu erzeugen lohne sich vor allem dann, wenn er selbst verbraucht wird. Auf den Eigenverbrauch entfielen keine Steuern und Abgaben und fast keine Netzentgelte. Im Durchschnitt könne ein Viertel des Strombedarfs durch Eigenerzeugung gedeckt werden. Nicht benötigte Energie könne ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Dafür gebe es aktuell 8,77 Cent pro Kilowattstunde. Die Vergütung sinke von Monat zu Monat. Voraussichtlich im April 2021 rutsche sie unter 8 Cent. Trotzdem lohne sich die Sache. Denn eine Kilowattstunde Strom zu produzieren koste 10 bis 14 Cent. Für Elektrizität vom Versorger zahlten Kunden das Doppelte bis Dreifache.

Kleine Photovoltaikanlagen fürs Dach kosteten heutzutage nur noch 1.000 bis 1.400 Euro pro 1.400 Kilowatt (netto). Nach zehn bis zwölf Jahren habe die Anlage die Investitionskosten wieder eingespielt. Bei der Kalkulation könnten Energieberater oder Verbraucherschützer helfen.

Anlagen brauchen Schutz

Private Stromerzeuger sollten aber nicht versäumen, die Photovoltaikanlage zu versichern – im Schadensfall geht die Rechnung dann nämlich gewiss nicht auf. Versicherungsmakler Thomas Krist zufolge gibt es Schutz „bereits ab 55,86 Euro im Jahr“. Auf seiner Homepage finden Interessierte einen entsprechenden Onlinerechner. Durch Eingabe von Investitionssumme, Baujahr, Anzahl der Schäden in den letzten Jahren sowie Montage- und Gebäudeart kann jeder in Sekundenschnelle seinen Beitrag errechnen. Krist rät zum Abschluss, damit die Photovoltaikanlage „nicht zum Spielball der Natur wird“. Damit ein ausreichend großer Schutz vorhanden ist, sollte die Police immer individuell auf die Anlage abgestimmt sein.

Auch Makler Braun hält den Abschluss einer speziellen Photovoltaikanlagenversicherung für Betreiber für „absolut empfehlenswert“. Eine Wohngebäudeversicherung, die die Anlage gegen die Grundgefahren Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel und Elementarschäden wie Schneedruck schützt, genüge nicht. Eine Spezialpolice beinhalte zusätzlich zu den Leistungen der Wohngebäudeversicherung folgende Deckung: Vandalismus, Kurzschluss, Überspannung, Tier-/Marderbiss, Frost, Ungeschicklichkeit, Bedienfehler und Fahrlässigkeit. „Da viele Wohngebäudepolicen veraltet sind und es leider nicht überall eine Selbstverständlichkeit darstellt, haben wir noch Seng- und Schmorschäden eingeschlossen“, sagt Braun.

Je nach Tarifstruktur könnten sich Betreiber auch vor einem möglichen Ertragsausfall schützen. Der Baustein Ertragsausfall ist bei primär privat erzeugtem und verbrauchtem Strom vielleicht nicht unbedingt notwendig. Das wäre zu prüfen. Gleichwohl dürften sich die Installation und der Betrieb einer Photovoltaikanlage für viele Eigenheimbesitzer lohnen. Das wird sich vermutlich herumsprechen. In einigen Jahren wären dann auf deutschen Dächern tatsächlich Millionen zusätzlicher Stromerzeuger im Einsatz.

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