So gelingt der Schutz fürs Sonnendach

Stefan Terliesner Berater Versicherungen Top News

Auf dem Markt für Solaranlagen ist viel Bewegung. Mit neuen Geräten können Eigentümer und Mieter selbst Strom erzeugen. Eine Chance auch für Makler.

Soldardächer sollten abgesichert werden. Bild: Adobe Stock/ anatoliy_gleb

Die Energiewende bietet zahlreiche Chancen für Makler. Bild: Adobe Stock/ anatoliy_gleb

In ein paar Jahren werden zusätzlich Millionen Dächer in Deutschland mit Photovoltaikanlagen bestückt sein. Anders wird die mit der Energiewende beabsichtigte Kohlendioxidminderung nicht zu schaffen sein. Vor allem aber sind die Geräte und Module für Privatleute inzwischen auch ohne Förderung wirtschaftlich. Und jede neue Anlage sollte versichert sein.

Für Makler tut sich hier ein neues Betätigungsfeld auf. Alexander Braun, Geschäftsführer von ABV Makler in Kamp-Lintfort, hat das erkannt und sein Angebot entsprechend erweitert. Er vermittelt neben Personen-, Sach- und Gewerbeversicherungen auch spezielle Photovoltaikanlagenpolicen. Seine Kunden zeigen zunehmend Interesse an selbst gemachtem Strom und lassen die Erzeugungsanlagen bei ihm versichern. „In meinem Bestand bemerke ich eine leicht ansteigende Nachfrage“, sagt er auf Anfrage gegenüber procontra.

Das dürfte erst der Anfang sein. Denn Politik und Technik kreieren einen wachsenden Markt. Unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit hat zum Beispiel Hamburg im April 2020 als erstes Bundesland eine Verpflichtung zur Photovoltaiknutzung mit seinem neuen Klimaschutzgesetz eingeführt. Sie gilt ab 2023 für alle Neubauten im Stadtstaat. Eigentümer können dabei auch auf die Dachflächen Dritter zurückgreifen. Langfristig sollen alle geeigneten Dächer der Hansestadt – möglichst in Kombination mit Gründächern – zur Erzeugung von Energie genutzt werden. In Baden-Würt­temberg ist eine solare Baupflicht für Nichtwohngebäude in Vorbereitung. Auch in Berlin und Bayern gibt es Überlegungen für die Einführung einer Solarpflicht. Gelebte Praxis ist das bereits in einigen Kommunen: Waiblingen, Tübingen und Amberg lauten die Namen.

Solarsysteme für alle

Ein noch mächtigerer Treiber für selbst erzeugten Strom ist die technologische Entwicklung. Hierauf weist die Bausparkasse BHW hin. Passgenaue Solarsysteme gebe es inzwischen für jede Wohnform. Bauherren könnten ganze Photovoltaikfassaden in ihr Einfamilienhaus einbauen. Sie seien Wand und Energielieferant zugleich und versorgten zum Beispiel die hauseigene Wall Box, eine Hochleistungssteckdose zum Aufladen von Elektroautos. Selbst Mieter könnten heutzutage auf effiziente Weise Strom erzeugen. Tragbare Stecker-Solargeräte seien dafür gut geeignet. Sie würden in einer normalen Steckdose eingestöpselt und in guter Sonnenlage auf dem Balkon oder hinter einem Fenster aufgestellt. Mit einer Leistung von bis zu 600 Watt deckten sie oft den Strombedarf von Kühlschrank und anderen Dauerverbrauchern.

„Vor dem Anschließen sollte man sicherstellen, dass die Leistung für die Einspeisung geeignet ist“, rät Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. Auch bei steckerfertigen Photovoltaikanlagen sei vorab der Rat eines Elektrikers einzuholen.

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