Psychische Probleme dominieren BU-Ursachen bei der Debeka

Martin Thaler Berater Versicherungen

Fast jeder zweite Berufsunfähigkeitsfall ist beim Koblenzer Versicherer auf psychische Probleme zurückzuführen. Das ist deutlich häufiger als im Branchenschnitt.

Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen. Bild: Adobe Stock/ rh2010

Für immer mehr Menschen wird es aufgrund psychischer Probleme unmöglich, zeitweise oder gar dauerhaft ihren Beruf auszuüben. Bild: Adobe Stock/ rh2010

Psychische Erkrankungen sind in Deutschland weiter auf dem Vormarsch: Laut aktuellem Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse fehlen Arbeitnehmer im Schnitt drei Tage pro Jahr aufgrund seelischer Leiden. „Psychische Erkrankungen sind für rund 19 Prozent aller Fehlzeiten verantwortlich, das ist der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen – noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten“, sagt Albrecht Wehner, bei der TK für die Gesundheitsberichterstattung zuständig.  

Auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind psychische Beschwerden mittlerweile zur häufigsten Ursache geworden. Das bestätigt die Debeka, die ihren Bestand von rund 500.000 BU-Verträgen sowie die rund 1.000 Leistungsfälle aus dem vergangenen Jahr ausgewertet hat. Aus dem Debeka-Bestand ergibt sich, dass für beinahe die Hälfte (44,1 Prozent) aller BU-Fälle psychische Probleme verantwortlich waren. Bereits im Vorjahr (45,4 Prozent) dominierten Depressionen & Co. die Statistik.  

Weitere Gründe für die Berufsunfähigkeit waren bös- und gutartige Tumore (15,7 Prozent) sowie Erkrankungen des Bewegungsapparates (12,6 Prozent). Insbesondere Rücken- und Gelenkbeschwerden sind seit Jahren – zumindest bei den BU-Gründen – rückläufig. Über Jahre lagen diese bei der Debeka bei den BU-Hauptursachen auf dem zweiten Rang, bis sie im vergangenen Jahr erstmals von den Krebserkrankungen abgelöst wurden. 2018 waren Beschwerden an Muskeln oder Skelett noch für 15,3 Prozent aller Fälle ursächlich.  

Gestiegene Leistungsvolumen

Vergleicht man die Zahlen der Debeka mit denen des Gesamtverbandes der deutschen Versicherer, stellen sich bemerkenswerte Unterschiede dar: Während bei der Debeka fast jeder zweite Fall auf die Psyche zurückzuführen ist, ist es auf die Branche verteilt nur jeder dritte Fall (29 Prozent). Auf den Bewegungsapparat entfielen laut GDV-Daten 19 Prozent aller BU-Fälle – deutlich mehr als bei der Debeka.

Insgesamt zahlte die Debeka im vergangenen Jahr an 7.200 Menschen eine BU-Rente aus, da diese aus gesundheitlichen Gründen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen konnten. Davon waren ca. 6.450 Vollinvalide (Vorjahr: fast 6.200) und 788 Teilinvalide (Vorjahr: 793). Die Leistungsausgaben stiegen von 58,8 Millionen Euro im Jahr 2018 auf 61,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das gestiegene Leistungsvolumen entspricht damit der Branchenentwicklung: So stiegen für alle Versicherer die Leistungsverpflichtungen gegenüber dem Vorjahr von 35,7 auf 38,1 Milliarden Euro.

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