P&R: Gläubiger einigen sich auf Verteilung

Martin Thaler Sachwerte

Mit überwältigender Mehrheit sind die Gläubiger dem Verteilungsvorschlag von Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé gefolgt. Über die Höhe der Auszahlung müssen sich nun noch die Gläubigerausschüsse verständigen.

Erste Zahlung für P&R-Gläubiger steht bevor

Für die Gläubiger der insolventen P&R-Containerverwaltungsgesellschaften soll im ersten Quartal 2021 die erste Abschlagszahlung ins Haus stehen. Bild: Pixabay/ 2427999

Für die Gläubiger der insolventen Containerverwaltungsgesellschaft P&R ist eine erste Abschlagszahlung mittlerweile in Sicht. Das teilte Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffé am Freitag mit. Auf den vier Gläubigerversammlungen hatten sich die Anleger der vier deutschen P&R-Gesellschaften fast einstimmig für den Vorschlag von Jaffé zur Verteilung der Erlöse entschieden, 99,9 Prozent stimmten zu.

Der angenommene Vorschlag sieht eine prozentuale Verteilung der Gelder vor, die sich an dem Verhältnis, in dem sich die Ansprüche der Anleger prozentual auf die einzelnen Containerverwaltungsgesellschaften verteilen, bemisst. Hierdurch sollen die Gläubiger gleichgestellt und -behandelt werden. Der Verteilungsschlüssel fällt demnach wie folgt aus: Auf die P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH entfallen 49 Prozent der Beträge, auf die P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH 32,1 Prozent. Die Anleger der P&R Transport Container GmbH erhalten 15,1 Prozent, die der P&R Container Leasing GmbH 3,8 Prozent.

Die erste Abschlagszahlung soll im ersten Quartal des kommenden Jahres auf den Weg gebracht werden. Derzeit werde noch daran gearbeitet, die entsprechenden Bankdaten und Kontoverbindungen abzugleichen, eröffnete Jaffé. Unklar ist auch noch, mit welchem Betrag die Gläubiger rechnen können. Über die Höhe des Auszahlungsbetrags müssen noch die Gläubigerausschüsse befinden. Jaffé teilte aber schon einmal mit, dass nur ein Teil der bislang erwirtschafteten Erlöse ausgezahlt werde, schließlich müssten aus rechtlichen Gründen „substanzielle Rückstellungen“ gebildet werden.

Sind eine Milliarde für die Anleger drin?

Bislang hat Jaffé aus der Verwertung der vorhandenen Container insgesamt 435 Millionen Euro erwirtschaften können. Insgesamt hält es der Insolvenzverwalter für möglich, eine Milliarde Euro für die Anleger herauszuschlagen. Hieran scheint sich nichts geändert zu haben. „Die Containerverwertung erfolgt weiterhin ungestört und nach Plan“, erklärte Jaffé.

Insgesamt haben die 54.000 betroffenen Gläubiger allerdings Forderungen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro vorgebracht – läuft alles nach Plan, kämen die Betroffenen somit auf eine Insolvenzquote von knapp 30 Prozent.

Die überraschende Pleite der Containervertriebsgesellschaft im Jahr 2018 gilt als einer der größten Finanzskandale in der Bundesrepublik. Nach der Insolvenz kam heraus, dass von den verkauften 1,6 Millionen Containern insgesamt nur 600.000 tatsächlich existierten. Um den Anlegern das zu verschleiern und weiterhin den Anschein eines funktionierenden Anlagemodells zu suggerieren, kam es zu „kaum mehr nachvollziehbaren Hin- und Herzahlungen zwischen den P&R-Gesellschaften“, hatte Jaffé im Sommer mitgeteilt.

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