Ohne diese Versicherungen kommen Existenzgründer nicht aus

Gewerbeschutz Berater Top News von Rainer Kreuzer

Die Zahl der Existenzgründer ist im vergangenen Jahr wieder gestiegen: Über 600.000 Menschen wagten 2019 den Schritt in die Selbstständigkeit. Bei aller Anfangseuphorie wird dabei gerne mal der Versicherungsschutz außer Acht gelassen.

Policen für Gründer; Bild: Adobe Stock/Hurca!

Ein Basispaket an Sach- und Haftpflichtversicherungen sollte bei jungen Unternehmen schon früh vorhanden sein. Bild: Adobe Stock/Hurca!

Existenzgründer feilen an ihren Ideen, knüpfen Kontakte, kalkulieren Kosten und werben eifrig um Kunden. Bei aller Euphorie werden potentielle Risiken häufig vernachlässigt. „Gerade zu Beginn sind Worst-Case Absicherungen erforderlich“, rät Mirko Theine, Senior Manager der Unternehmensberatung zeb. Ein Basispaket an Sach- und Haftpflichtversicherungen sollte schon früh vorhanden sein, damit den Gründern nicht nach kurzer Zeit bereits das vorzeitige Aus droht. Welche Versicherungen dabei genauer unter die Lupe genommen werden sollten:

1. Betriebshaftpflicht

Als Grundbaustein für die Gründung gilt eine Betriebshaftpflichtversicherung, die in der Police auch explizit Produktmängel und Fehlverhalten von Beschäftigten abdeckt. Denn mögliche Schadensersatzforderungen können frisch gegründete Unternehmen schnell in den Konkurs führen. Eine Betriebshaftpflicht bietet hier den notwendigen Schutz: „Grundsätzlich sind alle Sach- oder Personenschäden abgedeckt“, sagt Matthias Oechsner von der Bernhard Assekuranz in Sauerlach. Allerdings gebe es Einschränkungen: „Sollte ein Schaden nachweislich auf die mangelhafte Arbeit eines Betriebes zurückzuführen sein, ist der Schadenersatz nicht gewährleistet. Die ausgeführten Leistungen müssen dem Arbeitsauftrag entsprechen.“ Schäden an gemieteten und geliehenen Gegenständen seien bei den meisten Versicherern heute versichert, jedoch sollten die Versicherungsbedingungen genau auf Umfang und mögliche Haftungsbeschränkungen überprüft werden.
 
Gründer, die Kunden beraten oder Vermögensinteressen wahrnehmen, benötigen zusätzlich eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung.

2. Berufshaftpflicht 

Die Berufshaftpflichtversicherung ist im Wesentlichen das Pendant zur Betriebshaftpflicht für Freiberufler und Soloselbständige. „Es gibt Berufsgruppen, die gesetzlich oder aufgrund der Vorgaben ihrer Berufskammer dazu verpflichtet sind, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen“, betont der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Dazu gehörten Ärzte, Anwälte und Architekten. „Sie haben sehr hohe berufsbedingte Risiken und können schon durch kleinste Fehler große Schäden verursachen.“

Auch für Berufe, bei denen keine Versicherungspflicht besteht, hält der GDV eine solche Absicherung für ratsam – schließlich können auch in diesen hohe Schäden verursacht werden.

3. Betriebsinhaltsversicherung/Inventarversicherung

Da eine Haftpflichtversicherung keine Schäden am eigenen Besitz ausgleicht, sollten Gründer auch gleich zum Start ihre betrieblichen Güter wie Maschinen, Waren und Rohmaterialien absichern. Ein Einbruch oder Feuer könnte sonst den frühen Ruin bedeuten. Die Betriebsinhaltsversicherung sichert Schäden zum Beispiel durch Raub, Leitungswasser, Sturm sowie Einbruchdiebstahl und Feuer ab. „Je nach Deckungsumfang sind in der Betriebsinhaltsversicherung auch Vermögensschäden eingeschlossen, die durch einen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem versicherten Risiko stehenden Ausfall der Geschäftstätigkeit stehen. In einem solchen Fall sichert die Inventarversicherung beispielsweise die laufenden Kosten oder den entgangenen Gewinn des Gewerbetreibenden ab", informiert die Fairfekt Versicherungsmakler GmbH in Oststeinbek.

4. Transportversicherung

Gründer, die selber Waren produzieren oder damit handeln, sind gut beraten, diese während des Transportes zu ihren Kunden abzusichern. Werden die Waren von einer Spedition transportiert, so übernimmt diese in der Regel die Versicherung. Doch mitunter kann es günstiger sein, wenn der Sender seine Waren für den Transport selber versichert.

Die Transportversicherung deckt in der Regel alle Gefahren bei der Beförderung ab. Dazu gehören Schäden durch Unfälle, Brand, Diebstahl, Raub, höhere Gewalt und Elementarereignisse. Auch Schäden bei Entladen gehören in der Regel dazu. Auf die genauen Bedingungen sollte bei der Beratung geachtet werden, damit alle Risiken eines Gründers in der Police enthalten sind.  

Gründer im handwerklichen Bereich, die bei ihren Kunden vor Ort arbeiten, müssen darauf achten, dass auch der Transport ihrer Werkzeuge und Geräte versichert ist. Eine zusätzliche Werkverkehrsversicherung für die betrieblichen Fahrzeuge ist dafür erforderlich. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass auch Diebstähle auf der Baustelle mitversichert sind.