Macht Altersvorsorge noch Sinn?

Altersvorsorge Digital von RENÉ WEIHRAUCH

Das aktuelle Niedrigzinsumfeld stellt besondere Ansprüche an eine fundierte Altersvorsorge. Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung, erläutert am zweiten profino Kongresstag von 10:45 bis 11:30 Uhr in seiner Keynote, was Anleger und Makler beachten sollten. Gratis-Anmeldung ab sofort möglich!

Zinsen nahe null Prozent – wie soll da eine ordentliche Altersvorsorge funktionieren? Bild: Adobe Stock/immaginery

Zinsen nahe null Prozent – wie soll da eine ordentliche Altersvorsorge funktionieren? Professor Michael Hauer erklärt es in seiner Keynote. Bild: Adobe Stock/immaginery

Wie finden Makler für ihre Kunden das passende Vorsorgekonzept fürs Alter? Die andauernd niedrigen Zinsen erleichtern die Suche nicht gerade. Mit Professor Michael Hauer informiert ein angesehener Experte in seiner Keynote am 09.12.2020 über dieses Thema. Einen kleinen Einblick gibt er bereits hier.

profino: Herr Professor Hauer, kaum Zinsen, Angst vor den Pandemiefolgen – macht Altersvorsorge in der aktuellen Zeit Sinn?

Professor Michael Hauer: Meines Erachtens macht Altersvorsorge mehr denn je Sinn! Ich glaube sogar, dass die Menschen gerade jetzt beziehungsweise nach der Corona-Krise noch mehr über ihre Altersvorsorge nachdenken, weil das Bewusstsein für Krisenphasen sensibilisiert wurde. Und die Rentenphase kann zu einer echten Krisenphase werden, wenn man finanziell nicht entsprechend versorgt ist.

profino: Klassische Garantien scheinen bei der Kapitalanlage obsolet oder sehr teuer. Auf welche Anlage-Alternativen können Sparer ausweichen?

Hauer: Ja, leider sind Garantien inzwischen teuer geworden. Dazu muss man wissen, dass Garantien durch Zinsprodukte erzeugt werden. Wenn nun wie derzeit nahezu kein Zins mehr vorhanden ist, dann wird die Garantieerzeugung entsprechend teuer im Sinne von entgangenem Gewinn. Daher gibt es aus meiner Sicht zu Aktienfonds im Rahmen von Fondspolicen ohne Garantien keine effizienten Alternativen. Allerdings müssen dabei natürlich die Faktoren wie Anlegermentalität, Laufzeit, Diversifizierung und anderes mehr beachtet werden – aber das sollte sowieso bei jeder Beratung berücksichtigt werden.   

profino: Sicherheit bleibt bei der Vorsorgeplanung aber natürlich ein wichtiges Thema. Wie können Vermittler im Beratungsgespräch argumentieren, um Kunden von alternativen Produkten zu überzeugen?

Hauer: In vielen Fällen wird der Begriff Sicherheit mit Garantien verwechselt. Eine Garantie stellt keine Sicherheit dar. Nehmen Sie etwa eine 80-prozentige Bruttobeitragsgarantie. Die ist in 30 Jahren in heutiger Kaufkraft gerade mal rund 60 Prozent wert – wohlgemerkt bei einem Prozent Inflationsrate pro Jahr – bei zwei Prozent sind es sogar nur 44 Prozent. Betrachten die Menschen es als Sicherheit, wenn man 60 Prozent von den eingezahlten Beiträgen zu Ruhestandsbeginn erhält? Ich sage: Nein! Daher ist es wichtig, dass man bis zum Ruhestandsbeginn eine sehr gute Rendite erzielt, um mit dem dann vorhandenen Kapital eine möglichst hohe lebenslange Rente zu erhalten.

Als weiterer Top-Experte beschäftigt sich Markus Willmes, Bereichsleiter Vorsorge bei der Axa, am 09.12. mit der Niedrigzinsproblematik. „Vermögensaufbau im Nullzinsumfeld – Wer soll das glauben“, lautet die Frage, um die es im Klartext-Interview mit ihm geht (11:30 bis 11:50). Die Basisrente (auch  „Rürup-Rente“ genannt) und die Zukunft der Altersvorsorge sind ebenfalls Themen dieses zweiten profino Kongresstages.

Weitere Inhalte des zweiten Kongresstags waren:

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