Hebammen-Versicherung: Haftpflicht bis 2024 gesichert

Wolfgang Zehrt Versicherungen

Wer als Hebamme bei der Geburt eines Kindes Fehler macht, sieht sich leicht sehr hohen Schadensersatzforderungen gegenüber. Eine stabile Haftpflichtversicherung ist deswegen ein Muß.

Hebammen-Haftung Bild: Pixabay/ free-photos

Wenn ein Kind durch Geburtsfehler gehandicapt ist können hohe Schadensersatzforderungen entstehen. Bild: Pixabay/ free-photos

Fehler bei der Geburt eines Kindes können gewaltige Folgekosten auslösen: Schnell entstehen Forderungen von mehreren hunderttausend Euro. Deswegen sind viele Versicherungen nicht bereit, Haftpflichtversicherungen für Hebammen abzuschließen. Umso wichtiger deswegen, dass der Deutsche Hebammenverband (DHV) eine neue Regelung mit einem Versicherungs-Konsortium unter Führung der Versicherungs-kammer abschließen konnte. Die Vereinbarung gilt bis zum 1. Juli 2024.

Prämien bleiben bei höherer Deckung stabil

Die Prämien für die Mehrheit der meisten Hebammen, die keine Geburtshilfe leisten, bleiben bei der neuen Vereinbarung bei unter 1.000 Euro jährlich. Der Versicherungsbeitrag der freiberuflichen Hebammen mit Geburtshilfe beträgt jedoch ein Vielfaches (derzeit: 9.098 Euro) und wird sich ab Mitte nächsten Jahres wegen der immer höheren Schadensersatzforderungen weiter erhöhen. So sieht die Vereinbarung Beitragssteigerungen im ersten Jahr von 15 Prozent sowie im zweiten und dritten Jahr von jeweils zehn Prozent vor. „Bei dem sogenannten qualifizierten Versicherungsschutz, der die besonderen Risiken der Geburtshilfe abdeckt, war eine Anpassung der Prämien jedoch nicht zu vermeiden“, erklärte DHV-Präsidiumsmitglied Ursula Jahn-Zöhrens. Die Haftpflichtversicherung gleicht nicht nur Pflege- und Therapiekosten aus, sondern auch Ansprüche wie Schmerzensgeld und den Erwerbsausfall des gehandicapten Kindes. Gerichte berechnen die Höhe des Einkommensersatzes oft abhängig vom Beruf und Einkommen der Eltern.

Höhere Deckungssumme und staatliche Zuschüsse

Der ebenfalls ansteigende staatliche Sicherstellungszuschlag verhindere aber, dass die Erhöhung der Prämien für die Gruppe der Hebammen mit Geburtshilfe voll auf diese durchschlägt, teilte der DHV mit. Zugleich konnte der DHV mit den Versicherern eine Erhöhung der Deckungssumme für schwere Personenschäden um 25 Prozent vereinbaren. „Ich freue mich sehr über den neuen Abschluss eines Mehrjahresvertrages“, sagt Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. „Er gibt den Kolleginnen in der Geburtshilfe Planungssicherheit für die kommenden Jahre“. Im Deutschen Hebammenverband sind 15.000 Mitglieder organisiert.

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