Gothaer geht mit leichtem Plus aus dem Corona-Jahr

Anne Hünninghaus Versicherungen

Während das LV-Geschäft im Krisenjahr gelitten hat, verbucht der Versicherer in den Segmenten Kranken und Komposit ein Plus. Lob gab es für die Vermittler.

Gothaer geht mit leichtem Plus aus dem Corona-Jahr Bild: Gothaer

Die Gothaer will sich in den kommenden Jahren vor allem auf den Mittelstand fokussieren. Bild: Gothaer

Die Bilanz für das Corona-Jahr fällt bei der Gothaer erwartbar gemischt aus. Zwar konnte sie ihre Prämieneinnahmen auf Konzernebene gemäß der vorläufigen Zahlen minimal steigern, um 0,1 Prozent auf 4.530 Millionen Euro. Dennoch prognostiziert der Versicherer ein im Vergleich zum Vorjahr deutlich schlechteres Ergebnis von 70 bis 80 Millionen (2019 waren es 115 Millionen Konzern-Jahresüberschuss). Das berichtete der Vorstand in der Pressekonferenz am Dienstagvormittag.

Man habe in diesem Jahr aufgeräumt und manche Geschäftsbereiche konsolidiert, berichtete Gothaer-Chef Oliver Schoeller. Mit 4,9 Milliarden Beitragseinnahmen, 4,1 Millionen Kunden und 1,3 Milliarden Eigenkapital stehe der Konzern gut da und sei vorbereitet auf künftige Herausforderungen.

Bei der Gothaer Allgemeine Versicherung AG werden die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen mit 1,923 Mrd. Euro den Hochrechnungen zufolge um 3,8 Prozent über dem Betrag von 2019 liegen. Der Bereich Schaden/Haftpflicht/Unfall verzeichnete im Unternehmerkundengeschäft ein sattes Plus. Insbesondere die geringen Naturschäden in diesem Jahr machen sich in Komposit positiv bemerkbar. Die Kfz-Sparte sank indes Corona-bedingt leicht. Künftig will sich der Versicherer stärker auf individuelle Risikokonzepte für Unternehmen fokussieren, besonders der Mittelstand sei eine vielversprechende Zielgruppe für die Gothaer, gab der Vorstand an.

LV sinkt stärker als im Marktdurchschnitt

Bitter fiel das Ergebnis im LV-Bereich aus, vor allem das Geschäft mit der klassischen Lebensversicherung schrumpfte deutlich um 8,4 Prozent. Unzufrieden zeigte sich der Vorstand auch mit der Entwicklung in der Biometrie (minus 2,6 Prozent). In der Lebensversicherung insgesamt sanken die Beitragseinnahmen  um voraussichtlich 1,9 Prozent auf 1,311 Milliarden Euro. Besonders in dieser Sparte käme es auf den persönlichen Vertrieb an, der durch die Pandemie in diesem Jahr nur stark eingeschränkt möglich war. Den Vertriebspartnern bescheinigte Schoeller dennoch einen „beeindruckenden Umgang“ mit den Herausforderungen dieses Jahres. Auch der Konzern habe den Ausbau digitaler Schnittstellen vorangetrieben.

Die Krankenversicherung wuchs mit voraussichtlich 888 Millionen Euro um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 13 Prozent plus konnte die Gothaer ein vergleichsweise starkes Wachstum im Neugeschäft verbuchen.

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