Altersvorsorge: Die besten Fondsrenten-Policen

Detlef Pohl Berater LV-Check

Der Abschluss einer Fondspolice ist keine leichte Übung. Neben Kundenpräferenzen sind vor allem Fondsauswahl, Kosten und Flexibilität zu prüfen. Finanztest hat dies nach einem einfachen Raster getan, eine andere Marktbetrachtung geht aber tiefer.

Gute Fondspolicen; Bild: Pixabay/F. Muhammad

Gute Fondspolicen gelten als der Rolls Royce unter den Lebensversicherungen, kranken aber seit langem an hohen, teils versteckten Kosten und Intransparenz. Bild: Pixabay/F. Muhammad

Die Stiftung Warentest hat 33 fondsgebundene Rentenversicherungen von 26 Anbietern unter die Lupe genommen und in der Dezember-Ausgabe von Finanztest publiziert. Der Test zeigt: Die Kosten sind meist zu hoch, doch es gibt Tarife, die gut und günstig sind.

Getestet wurde am Beispiel einer 37-Jährigen, die bis 67 monatlich 100 Euro einzahlt und auf Beitragsgarantie während der Ansparphase sowie auf Rentengarantie für die Erben verzichtet. Für den Vergleich wurden drei Kriterien herangezogen:

  • Fondsangebot des Versicherers und Mindesthöhe der Rente pro 10.000 Euro angespartem Vermögen (garantierter Rentenfaktor). Diese Kriterien fließen zusammen zu 40 Prozent ins Gesamturteil ein.
  • Kosten: Wie stark wird die Rendite der Fonds durch die Kosten des Versicherungsvertrages gemindert (40 Prozent Eingang ins Gesamturteil).
  • Flexibilität und Transparenz des Vertrages: Gestaltungsrechte bei Beitragszahlung, Fondsanlage und Auszahlung, Transparenz der vorvertraglichen Informationen, Angaben zu Kosten, Rechnungsgrundlagen und Fondsangaben (20 Prozent Eingang ins Gesamturteil).

Keine sehr guten Policen im Test

Ergebnis: Es gibt keine „sehr guten“ Angebote. Nur drei Tarife erhielten die Note „gut“: Cosmos (Tarif „Flexible Vorsorge Smart Invest CFR“), Nürnberger („Fondsgebundene Privatrente NFR2910“) und LV 1871 („Mein Plan – FRV PP“). 18 Tarife bekamen das Qualitätsurteil „befriedigend“ und 6 nur ein „ausreichend“. Am schlechtesten schneiden die Policen von Zurich Deutscher Herold („Vorsorgeinvest Spezial“), VRK Versicherung im Raum der Kirchen („Premium Rente PR“) und Stuttgarter („FlexRente Invest 53 oG“) ab.

Insbesondere die Kosten der Versicherung selbst sind meist zu hoch, die Renditechancen daher stark eingeschränkt, moniert Finanztest. Bei einem nicht namentlich genannten Versicherer seien die Kosten so hoch, dass der Sparer bei 30 Jahren Laufzeit 1,7 Prozentpunkte Rendite pro Jahr verliert. Das summiere sich über die Zeit auf Zehntausende Euro. Dagegen beträgt die Renditeminderung beim günstigsten Tarif im Test nur 0,4 Prozentpunkte – beim Direktversicherer Europa (Tarif „Fonds-Rente E-FR“).

Neben Tarifen mit eingerechneten Abschlusskosten wurden auch 6 Nettotarife untersucht, die jedoch ohne Qualitätsurteil blieben. Grund: Die Gesamtkosten hängen auch von unterschiedlich hohen Honoraren der Vermittler ab. Dadurch hätte der Vergleich sowohl innerhalb der Nettopolicen als auch mit den Bruttotarifen gehinkt.

Seite 1: Wichtige Test-Kriterien genutzt
Seite 2: Wo die Versicherer nachbessern sollten

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare