Zehntausende Thomas-Cook-Kunden riskieren, Geld zu verschenken

Martin Thaler Versicherungen

Bis kommenden Sonntag haben Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook Zeit, ihre Ansprüche gegenüber der Bundesregierung geltend zu machen. Bislang hat das erst rund die Hälfte der Betroffenen getan.

Thomas Cook

Noch immer hat ein Großteil der von der Thomas-Cook-Insolvenz betroffenen Kunden keine Ansprüche gegenüber der Bundesregierung geltend gemacht. Bild: Pixabay/ Hans

Am Sonntag, den 15. November, läuft die Frist ab und noch immer haben tausende Kunden des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook keine Ansprüche gegenüber der Bundesregierung geltend gemacht. Nach Angaben des Bundesjustizministeriums, über die der Berliner Tagesspiegel berichtete, haben erst 95.600 ehemalige Thomas-Cook-Kunden und damit rund die Hälfte der Betroffenen (183.000) einen Antrag eingereicht.    

Dass die öffentliche Hand überhaupt einspringen muss, liegt in der unzureichenden Regelung der Kundengeld-Absicherung begründet. Zwar war der Reiseveranstalter über die Zurich versichert, die Versicherungssumme allerdings auf 110 Millionen Euro begrenzt. Zu wenig, um die Ansprüche aller Betroffenen vollumfänglich bedienen zu können: Von der Versicherung erhalten die betroffenen Kunden gerade einmal 26,38 Prozent ihres Schadens.  

Entschädigungszahlungen bis 24.000 Euro

Bundesjustizministerin Christine Lamprecht hatte daraufhin ein Einspringen des Bundes angekündigt – doch dieses Angebot wird bislang offenbar nur begrenzt wahrgenommen. Insgesamt habe der Bund bisher lediglich 35 Millionen Euro überwiesen bzw. stehe er kurz davor, das zu veranlassen. „In 23.600 Fällen ist das Geld unterwegs“, teilte eine Ministeriumssprecherin gegenüber dem Tagesspiegel mit. Die Entschädigungszahlungen rangieren dabei zwischen 300 und 24.000 Euro, in den meisten Fällen gehe es um Zahlungen um die 1.500 Euro.  

Kunden, die ihre Forderungen bis Sonntag noch einreichen wollen, müsse diese sowohl beim Insolvenzverwalter des jeweiligen Reiseveranstalters als auch bei der Zurich Versicherung angemeldet haben. In einem dritten Schritt müssen die Kunden dann ihre Ansprüche im Internetportal des Bundesjustizministeriums anmelden.

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