Witwenrente: So hilft der Makler im Todesfall

Detlef Pohl Berater Versicherungen

Witwen und Witwern steht meist eine Rente zu. Finanztest. Finanztest bietet Tipps, die auch für Makler und deren Kunden wichtig sind. Womöglich kann der Makler im Rahmen einer Servicepauschale helfen.

Witwenrente

Im Todesfall müssen sich Hinterbliebene nicht nur um die Beerdigung kümmern, sondern auch um eigene Versorgungsansprüche. Einige Makler vereinbaren mit Kunden schon zu Lebzeiten eine Servicepauschale für zahlreiche Dienstleistungen. Bild: Pixabay/Albrecht Fietz

Trauernde müssen nicht nur den Verlust eines Angehörigen bewältigen, Bestattungsfragen klären, das Erbe regeln, Verträge abwickeln und an das Finanzamt denken – auch die Todesfallleistungen der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der privaten und betrieblichen Altersvorsorge müssen abgerufen werden. Was an gesetzlicher Witwenrente zu erwarten ist, erläutert die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest.

Einzige Voraussetzung für die Witwenrente: Man muss mindestens ein Jahr vor dem Tod des Partners verheiratet gewesen sein. „Damit soll eine sogenannte Versorgungsehe ausgeschlossen werden, die nur geschlossen wird, um einen Menschen mit der Witwenrente zu versorgen“, schreibt Finanztest und nennt zugleich eine Ausnahme: Bei unerwartetem Tod – etwa durch Unfall oder kurze Krankheit - gibt es Witwenrente auch bei Paaren, die weniger als ein Jahr verheiratet waren.

Laut Rentenversicherung erhalten Witwen eine Hinterbliebenenrente im Schnitt erstmals mit 73 Jahren, Witwer erst mit knapp 76 Jahren. Ursache ist die statistisch höhere Lebenserwartung von Frauen. Im Todesfall ist der erste Anlaufpunkt für eine Beratung die Deutsche Rentenversicherung, rät Finanztest. Sie habe die Erwerbsverläufe und Rentenhöhen vorliegen und berät zu Fragen und Höhe der Hinterbliebenenrente kostenlos. Das tun übrigens auch die Versicherungsämter der Städte und Gemeinden.

Anlaufstellen für die Hinterbliebenenrente

Finanztest selbst hatte 2019 allerdings eine schwache Rentenberatung bei der Deutschen Rentenversicherung festgestellt. Wer unzufrieden ist, kann das Ergebnis bei einem privaten Rentenberater überprüfen lassen, der zum Sozialrecht berät und wie ein Anwalt bezahlt wird. Auch Versicherungsberater mit Zulassung nach Paragraf 34d GewO beraten unabhängig zur Altersvorsorge (gegen Honorar) und beziehen dabei die gesetzlichen Rentenansprüche mit ein.

Leicht ist die Berechnung zur Hinterbliebenenrente jedenfalls nicht. Faustregel: Wer aktuell älter als 45 Jahre und 9 Monate ist, erhält nach dem Tod des Partners zeitlich unbegrenzt die große Witwenrente (60 Prozent der Rente des Verstorbenen; kein Kinderzuschlag), Jüngere müssen sich zeitlich unbegrenzt mit der kleinen Witwenrente zufriedengeben (25 Prozent der Rente des Verstorbenen; kein Kinderzuschlag). Die Altersgrenze für die große Witwenrente steigt bis zum Jahr 2029 auf 47 Jahre.

Das ominöse Jahr 2002

Wichtig ist auch das Jahr 2002. Wer vorher geheiratet hatte und vor 1962 geboren wurde, erhält Witwenrente in der oben genannten Höhe. Wer 2002 oder später geheiratet hat oder 1962 oder später geboren wurde, erhält im Todesfall des Ehepartners weniger Geld: Bei der großen Witwenrente 55 Prozent der Rente des Verstorbenen (mit Kinderzuschlag), Jüngere bleiben bei 25 Prozent der Rente des Verstorbenen, bekommen das Geld aber nur zwei Jahre lang (mit Kinderzuschlag).

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