Tuning gefährdet Versicherungsschutz

Kfz Top News Berater Versicherungen von Rainer Kreuzer

Ob Doppelauspuff, Tieferlegung oder Chiptuning: Viele Autofahrer motzen ihre Karre ordentlich auf. Makler sollten mit bastelfreudigen Kunden die Konsequenzen ihrer Kreativität genau besprechen. Denn der Versicherungsschutz steht auf der Kippe.

Autotuning

Autotuning ist beliebt – für Makler ergibt sich hieraus reichlich Beratungspotential. Bild: Adobe Stock/Mathias Weil

Die Berichte häufen sich. An den Wochenenden kontrolliert die Polizei und zieht so manche nachgerüstete PS-Karosse aus dem Verkehr. Autos, die aufgrund von nachträglichen Veränderungen nicht mehr mit den Angaben in den Papieren übereinstimmen, verlieren ihre Zulassung. Den Rest erledigt der Abschleppdienst. Bußgeldbescheid und Punkte in Flensburg folgen.

Doch längst nicht alle Autobastler verstoßen gegen die Vorschriften. Viele versuchen, ihrem Wagen einfach nur einen individuellen Touch zu verleihen und geraten in eine rechtliche Grauzone. Durch Tuning könne die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges erlöschen, stellt Versicherungsmakler Werner Hahn im bayrischen Neumarkt klar. Der Wagen muss neu vom TÜV geprüft werden, bevor er wieder auf die Straße darf. Ohne Betriebserlaubnis entfalle der Versicherungsschutz für die Haftpflicht wie auch für die Kasko, konstatiert Hahn, der individuelle Angebote für Tuner bereithält.

Tuning muss individuell versichert werden

Veränderungen am Fahrzeug müssten in die Zulassungspapiere amtlich eingetragen werden. „Meist geht es um den Motor“, sagt Hahn. „Da wird gern die PS-Zahl verändert.“ Aber auch eine von der Fahrzeugnorm abweichende Bereifung oder einfach die fehlende Batterieabdeckung kann zu großem Ärger bei einer Verkehrskontrolle führen. Bei Standardbauteilen wie Heckspoiler oder Sportgrills genügen oft die mitgelieferten Teilegutachten oder EG-Typengenehmigungen. Diese sollten mit den Fahrzeugpapieren stets mitgeführt werden, rät der TÜV-Nord. Doch was genau bei welchem Wagentyp wie verändert werden darf und zugelassen werden muss, kann nur im Einzelfall anhand einer Checkliste ermittelt werden. Einen detaillierten Überblick bietet die Dekra auf ihrer Homepage: www.dekra.de/media/dekra-b2c-pkw-tuning.pdf.

Die Versicherung müsse auf jeden Fall über jede Tuningmaßnahme informiert werden, mahnt Hahn. Und da könne es schwierig werden. Nach einer Veränderung ist das Fahrzeug nicht mehr das, was in der Typenliste verzeichnet ist. Der Versicherungsschutz müsse dann neu ermittelt werden, erläutert der Makler. Nicht jeder Versicherer sei zu diesem Aufwand bereit. Eine Tuningversicherung sei immer individuell. Der Versicherer müsse im Einzelfall entscheiden, ob und was er an Modifikationen zu versichern bereit ist. Oft werde ein Wechsel des Versicherers notwendig. Je nach Veränderung der Risikoeinstufung kann die Prämie erhöht werden. Eine umfangreiche Beratung durch den Makler erscheint in jedem Fall angebracht.

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