Rating: Diese neun Kompositversicherer erhalten die Bestnote

Anne Hünninghaus Versicherungen

Neun von 76 Kompositversicherern werden im aktuellen Ascore-Rating als „herausragend“ bewertet, ein Versicherer bekommt ein lediglich „ausreichendes“ Zeugnis ausgestellt. Auch generelle Branchentrends lassen sich aus der Analyse ableiten.

Ascore-Komnposit-Rating; Bild: Adobe Stock/Worawut

Von den 76 analysierten Anbietern erhielten neun Kompositversicherer die Bestwertung von sechs Kompassen. Bild: Adobe Stock/Worawut

Für sein letztes Rating in diesem Jahr hat Ascore Sachversicherer unter die Lupe genommen. Das Analysehaus, 2018 von Softfair aufgekauft, ging auch in dieser Sparte mit leicht veränderter Methodik vor. Die vier Hauptbewertungsbereiche bleiben aber wie in den Vorjahren Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand. Insgesamt flossen zehn bewertungsrelevante Kennzahlen und weitere ergänzende Kriterien in die Analyse ein. Die Punktzahlen wurden schließlich in „Kompasse“ umgerechnet.

Von den 76 analysierten Anbietern erhielten neun Kompositversicherer die Bestwertung von sechs Kompassen.

Diese neun Anbieter sind laut Rating „herausragend“:

·       Allianz Versicherungs-AG

·       Concordia Versicherungs-Gesellschaft a.G.

·       Debeka Allgemeine Versicherung AG

·       Die Haftpflichtkasse VVaG

·       Interrisk Versicherungs-AG Vienna Insurance Group

·       LVM Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.

·       Medien-Versicherung a.G Karlsruhe

·       VHV Allgemeine Versicherung AG

·       Württembergische Versicherung AG

Die Zahl der Versicherer mit Top-Note ging um einen Anbieter zurück. Zwar gelang der Medien-Versicherung Karlsruhe der Aufstieg in die Spitzenriege, die NV-Versicherungen und die Volkswohl Sachversicherung verloren indes jeweils einen Kompass und gehören nun zu den 24 „ausgezeichneten" Anbietern.

Mit nur einem Kompass als „schwach" definiert wurde kein Anbieter. Die Note „ausreichend" erhielt in diesem Jahr mit der Waldenburger Versicherung nur noch ein Versicherer.

Die Verteilung der Punkte erfolgt nach dem relativen Scoring-Verfahren. Dabei werden die einzelnen Kennzahlen im Vergleich zum Markt bewertet. Für jedes erfüllte Kriterium wird bei der Auswertung entweder ein ganzer oder ein halber Punkt vergeben. Auf eine direkte Gewichtung der einzelnen Kriterien wurde von den Analysten weiterhin verzichtet.

Im Bereich „Erfolg“ wurden einige Kennzahlen leicht modifiziert: Die Kennzahlen versicherungstechnische Ergebnisquote vor und nach Schwankungsrückstellungen, sowie die Schwankungsrückstellungsquote wurden im Unterschied zum Vorjahr nun im Verhältnis zu den verdienten Brutto- statt Nettobeiträgen berechnet. Statt der Netto-Kosten- und Netto-Schadenquote werden zudem die Brutto-Kennzahlen analysiert.

Generelle Trends in der Kompositversicherung

  • Bei den Sicherheitskennzahlen stellt sich die Situation branchenweit recht stabil dar: Im vergangenen Geschäftsjahr konnten die Sachversicherer ihr Eigenkapital (inkl. nachrangiger Verbindlichkeiten und abzüglich angekündigter Dividendenzahlungen) insgesamt um eine Milliarde Euro auf 16,6 Milliarden steigern.
  • Im Verhältnis zu dem Branchengesamtwert der verdienten Nettoprämien ist die Eigenkapitalquote minimal um 0,1 Prozentpunkt auf 38,8 Prozent in 2019 gesunken.
  • Bei den Solvency-Quoten (Mittelwerte der vergangenen drei Jahre) wird die Mindestgröße von 100 Prozent von allen Sachversicherungsunternehmen überschritten.
  • Insgesamt lässt sich bei den Erfolgskennzahlen im Vergleich zum Vorjahr eine positive Veränderung beobachten. Die Brutto-Schadenquote ist branchenweit von 67,4 Prozent in 2018 auf 66,0 Prozent im Geschäftsjahr 2019 gesunken.
  • Trotz leichten Anstiegs der Brutto-Kostenquote um ca. 0,1-Prozentpunkte auf 27,2 Prozent ist bei der versicherungstechnischen Ergebnisquote vor Schwankungsrückstellungen eine Steigerung von 4,2 Prozent im Jahr 2018 auf 5,0 Prozent in 2019 zu verzeichnen. Die Netto-Combined-Ratio lag mit 93,8 Prozent unter dem Vorjahreswert von 94,9 Prozent.
  • Das Ergebnis aus Kapitalanlagen im Verhältnis zu den verdienten Nettoprämien ist von 8,0 Prozent (2018) auf 8,9 Prozent gestiegen.
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