Qualitypool: „Für kleine Pools wird es immer schwieriger“

Martin Thaler Top News Berater Maklers Lieblinge

Je differenzierter ihr Geschäftsfeld ist, desto robuster sind Pools für Krisen aufgestellt, sagt Qualitypool-Chef Jörg Haffner. Im Interview berichtet er, wie es gelingen soll, in die Riege der Top-Unternehmen aufzusteigen und gibt eine Prognose zum Thema Konsolidierung ab.

Qualitypool-Geschäftsführer Jörg Haffner

Qualitypool-Geschäftsführer Jörg Haffner rechnet mit einer weiteren Konsolidierung des Poolmarkts. Bild: Qualitypool

procontra: Von Ihnen stammt die Aussage, perspektivisch zu den größten fünf Maklerpools gehören zu wollen. Wie wollen Sie das bei einem weitgehenden verteilten Markt schaffen?

Jörg Haffner: Natürlich ist der Markt größtenteils bereits verteilt, er wird aber auch ständig umverteilt. Um Anteile zu gewinnen, setzen wir sowohl auf organisches als auch anorganisches Wachstum. Mit ASC haben wir vor zwei Jahren einen etablierten Maklerpool und Assekuradeur erworben und in beträchtliches Bestands- und Vermittlerpotential eingekauft. Mit dem Anteilserwerb von 49,997 Prozent an Amexpool haben wir in diesem Frühjahr einen weiteren Schritt in Richtung anorganisches Wachstum getätigt. Unsere Akquisitionen basieren stets auf langfristigen strategischen Überlegungen. Zusätzlich wachsen wir in unserem originären Pool seit Jahren beständig.

procontra: Wie wollen Sie es denn schaffen, dass die Makler sich für Sie entscheiden?

Haffner: Wenn man sich die Top-Pools anschaut, verfügen praktisch alle über ein entsprechendes Produktangebot mit einer Vielzahl an Produktgebern, auch bei den Vergütungsmodellen gibt es nur geringe Unterschiede. Größeres Differenzierungspotential sehe ich derzeit bei den Technologien, die wir den Maklern zur Verfügung stellen können. Hier sind wir im Versicherungsbereich mit unserem Schwesterunternehmen Smart Insurtech sehr gut aufgestellt.

procontra: Auch andere Pools investieren verstärkt in diesen Bereich.

Haffner: Ja, ich denke in fünf Jahren wird der technische Stand aller Maklerpools vergleichbar sein – das sehen wir heute bereits im Finanzierungsbereich, der in puncto Digitalisierung schon weiter ist. Um sich dann von der Konkurrenz zu unterscheiden, kommt es auf differenzierte Dienstleistungen an, die man dem Makler bietet. Ich spreche hier vor allem vom Fachsupport, der angebotenen Lösungskompetenz und darüber hinaus der Unterstützung beim Marketing, z. B. zur Neukundengewinnung.

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