PKV: Diese Anbieter verzeichneten 2019 das beste Zusatz-Neugeschäft

Anne Hünninghaus Versicherungen

Angesichts rückläufiger Zahlen in der privaten Krankenvollversicherung setzen viele Anbieter verstärkt auf das Geschäft mit Zusatzversicherungen. Hier gab es im vergangenen Geschäftsjahr unter den Versicherern einen neuen Wachstums-Spitzenreiter.

PKV-Zusatzgeschäft

Welchen PKV gelang es 2019 besonders erfolgreich, ihr Zusatzgeschäft voranzubringen? Bild: Adobe Stock/blende11.photo

Die private Krankenvollversicherung ist und bleibt ein Sorgenkind der Branche. Begrenztes Potenzial im Neugeschäft und ein schwindender Bestand machen Anbietern nun schon seit geraumer Zeit zu schaffen. Laut  Assekurata schrumpfte die Zahl der Vollversicherten im vergangenen Jahr um 6.300 auf insgesamt rund 8,73 Millionen. Und das ist bereits das achte Jahr in Folge, in dem der Mitgliederschwund seinen Lauf nimmt.

Zwar sinken die Bestände nicht bei allen Unternehmen, wie kürzlich eine procontra-eigene Analyse der Geschäftsberichte 2019 belegte. Dennoch ist die Prognose insgesamt eher düster. Und dass privat Vollversicherte ab 2021 mit saftigen Prämiensteigerungen von durchschnittlich 8,1 Prozent rechnen müssen, macht das Angebot nicht attraktiver.

Auf der anderen Seite steht eine vergleichsweise starke Nachfrage nach Krankenzusatzversicherungen. Viele PKV-Anbieter sind daher dazu übergegangen, zunehmend strategisch auf dieses Geschäft zu setzen. Laut einer Analyse, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Versicherungswesen erschienen ist (Autor: Dr. Marc Surminski), stiegen die Bestände bei den Zusatzversicherten im vergangenen Geschäftsjahr marktweit um 2,2 Prozent auf 24.591.416 Versicherte.

Die Anbieter mit den größten Beständen und dem erfolgreichsten Neugeschäft in der Zusatzversicherung

Die Versicherer mit den größten Beständen an Zusatzversicherten im Geschäftsjahr 2019 sind laut der Analyse 1. die DKV mit 3.574.384 Personen, 2. die Allianz mit 2.123.449 Personen, 3. Die Signal Iduna mit 1.801.399, 4. Die Debeka mit 1.780.669 und 5. die Ergo mit 1.656.582 Zusatzversicherten.

Das Neugeschäft bei den Zusatzversicherungen wuchs dem Bericht zufolge noch deutlich stärker als im Vorjahr 2018: Hier gelang demnach marktweit ein Zuwachs von 8,3 Prozent auf 1.089.718 Personen.

Die meisten Zusatzversicherten gewannen 2019 diese drei Unternehmen:

1. Allianz (+35,2 Prozent): 141.339 neugewonnene Zusatzversicherte

2. Ergo (+2,3 Prozent): 132.703 Neukunden

3. Generali/Central (+65,3 Prozent): 72.915 Neukunden

Bei der Halleschen lief das Neugeschäft in der Zusatzversicherung indes dem Trend zuwider und ging um knapp 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Mit Blick auf den Zusatzversicherten-Bestand konnte der mittelgroße Versicherer dennoch Erfolge verbuchen: Hier erreichte die Hallesche einen zweistelligen prozentualen Zuwachs.

Insgesamt an Potenzial verloren hat das Kooperationsgeschäft mit der GKV, so der Bericht. Die Versichertenzahl im Neugeschäft ist hier um ein knappes Zehntel geschrumpft, Zuwächse verzeichneten hier lediglich Huk-Coburg und DEVK.

PKV-Leistungen in 2019 gestiegen

Die PKV nahm im vergangenen Geschäftsjahr im Gesamtgeschäft mit 41 Milliarden mehr ein als im Vorjahr (2018: 39,8), wie im Statistischen Taschenbuch des GDV zu lesen ist. Allerdings zahlten die deutschen Erstversicherer 2019 auch eine deutlich gestiegene Gesamtsumme an ihre Kunden aus: Die private Krankenversicherung musste mit rund 29,8 Milliarden Euro vier Prozent mehr leisten als ein Jahr zuvor.

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