Neugeschäft und Schäden: Damit rechnen Versicherer in der 2. Corona-Welle

Florian Burghardt Martin Thaler Versicherungen Top News

Hohe Gewinne in Kfz? Nachfragetief in Leben? Und in welchen Sparten wird eine Schadenzunahme erwartet? procontra wollte wissen, mit welchen Entwicklungen große deutsche Versicherer im aktuellen Lockdown und der Zeit danach rechnen.

Welche Effekte bringt die zweite Coronawelle in Sachen Schäden und Neugeschäft? Einige große Versicherer warfen für procontra den Blick in die Glaskugel.

Welche Effekte bringt die zweite Coronawelle in Sachen Schäden und Neugeschäft? Einige große Versicherer warfen für procontra den Blick in die Glaskugel. Bild: Pixabay

Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht ausgestanden. Doch anders als bei der ersten Welle im Frühjahr kann nun, beim zweiten Lockdown, bereits auf einige Erfahrungswerte zurückgegriffen und realistischere Prognosen getroffen werden. So gaben mehrere große Versicherer auf procontra-Nachfrage an, dass sie in der zweiten Corona-Welle, wenn überhaupt, nur mit geringen, spartenbezogenen Auswirkungen auf ihr Neugeschäft rechnen.

Ganz grundsätzlich sei davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Veranstaltungsausfall-Versicherungen zurückgehen wird, heißt es von Seiten der Versicherungskammer Bayern (VKB). Schlichtweg, weil eine Vielzahl von Veranstaltungen bis auf weiteres nicht durchgeführt werden. Bei der Axa merkt man an, dass es größere Auswirkungen bei den auf Umsatzbasis tarifierten Verträgen geben könnte. Das sind vor allem gewerbliche Sachversicherungen und Betriebsunterbrechungsversicherungen. Umsatzrückgänge, aber auch weniger Neugründungen und Insolvenzen könnten hier auch im neuen Jahr auf das Neugeschäft drücken, heißt es aus Köln.

Rückgang in Leben

Bei der Zurich geht man, mit Blick auf das Neugeschäft, von einer stabilen Entwicklung im Sachgeschäft aus. Der grundsätzliche Bedarf sei gegeben und die Kunden würden diesen auch erkennen. „Auf der Leben-Seite sieht dies etwas anders aus, da Kunden in wirtschaftlich und gesellschaftlich unruhigeren Zeiten mit der Entscheidung für eine langfristige Kapitalanlage eher zögern, ist hier die persönliche Betreuung und Beratungsleistung unserer Vertriebspartner gefordert. Wir rechnen allerdings in der Folge mit einem leichten Rückgang in der Leben-Geschäftsentwicklung zum Vorjahr. Positive Effekte sehen wir hingegen im Biometrie-Geschäft, die zumindest einen Teil dieser negativen Entwicklung kompensieren dürfte“, erklärte ein Zurich-Sprecher auf procontra-Nachfrage.

Bis auf die Probleme in der Betriebsschließungsversicherung (BSV) kommen die deutschen Anbieter mit ihrem Kerngeschäft bislang recht gut durch die Krise. Das bestätigten kürzlich Branchenriese Allianz für das weltweite Geschäft, als auch die Ergo auf nationaler Ebene.

Besser vorbereitet

Die meisten befragten Versicherer stellten heraus, dass sie die Zeit seit dem ersten Lockdown genutzt hätten, um den Maklern und ihren Vertretern eine passende Infrastruktur für die virtuelle Beratung zur Verfügung zu stellen. Teilweise seien auch Hygienekonzepte für die Arbeit in den Vermittlerbüros erstellt worden, um die persönliche Beratung vor Ort nicht komplett unter den Tisch fallen zu lassen. Man habe dazugelernt und könne nun schneller reagieren. Die Vermittler seien der wichtigste Faktor, um in der zweiten Corona-Welle für ein stabiles Neugeschäft zu sorgen, so der Tenor.

Seite 1: Versicherer rechnen mit größtenteils stabilem Neugeschäft
Seite 2: Mehrkosten in Rechtsschutz und Gewerbe, Unklarheit in der PKV

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare