Grundfähigkeitspolicen: BU-Wechseloption für Kinder ist oft mangelhaft

Detlef Pohl Berater Versicherungen Top News

Für den jungen Markt der Grundfähigkeitsversicherungen liegen inzwischen erste Bewertungen vor. Ein Makler übt derweil Kritik an den Bedingungen einzelner Anbieter. Gerade für Schüler ab zehn Jahren rät er zur BU-Police als besserer Option.

„Für Eltern ist beim Abschluss der Grundfähigkeitsversicherung für ihr Kind völlig unklar, wie hoch die Beiträge nach Nutzung der BU-Wechseloption werden“, warnt Makler Gerd Kemnitz. (Bild: privat)

In den vergangenen drei Jahren ist das Angebot an Grundfähigkeitsversicherungen (GFV) auf dem deutschen Markt deutlich angewachsen. Ein Grund: Die BU-Versicherung kann vor allem für überwiegend körperlich tätige Menschen sehr teuer oder aufgrund von Vorerkrankungen nur schwer in vollem Umfang zu bekommen sein. Dennoch ist die BU-Versicherung erste Wahl.

Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zur GFV vergab kürzlich keine Test-Urteile und legte nur auf zehn Bewertungskriterien Wert. Es folgten Empfehlungen für Tarife, die „guten Schutz zu einem guten Preis“ bieten. Ähnlich diffus verlief ein Test zu Funktionsinvaliditätsversicherungen.

Kritische Analyse durch Spezialmakler

Daher hat der auf Arbeitskraftabsicherung spezialisierte Versicherungsmakler Gerd Kemnitz aus Stollberg kürzlich die BU-Wechseloptionen der GFV-Bedingungen (AVB) analysiert. Ausgangspunkt: Für verantwortungsvolle Eltern, die ihrem Kind BU-Schutz noch früher als ab dem marktüblichen Alter von zehn Jahren sichern wollen, würden inzwischen GFV für Kinder beziehungsweise Schüler ab drei oder sechs Jahren mit einer BU-Wechseloption angeboten, hat Kemnitz beobachtet.

Damit lässt sich später unter bestimmten Voraussetzungen ohne erneute Gesundheitsprüfung von der GFV in eine BU-Versicherung wechseln. „Das ist gut gedacht, aber schlecht gemacht“, sagt Kemnitz mit Blick auf die AVB. Dabei kritisiert er vor allem, dass die Wechseloption bei den meisten Tarifen erst nach Abschluss der Berufsausbildung oder des Studiums möglich ist und die Beitragskalkulation anhand des dann aktuellen Alters und dem ausgeübten Beruf erfolgt. „Für den Kunden ist also beim Abschluss der GFV völlig unklar, wie hoch die Beiträge nach Nutzung der Wechseloption werden“, warnt der Makler.

Risiken zu späterer Versicherbarkeit und Preis

Außerdem wälzten GFV-Anbieter viele Risiken auf den Kunden ab, denn für die grundsätzliche Versicherbarkeit seien erst die zum Wechselzeitpunkt gültigen Annahmerichtlinien maßgebend. „Ist der ausgeübte Beruf bei der Gesellschaft gerade nicht versicherbar, entfällt die Wechseloption“, so Kemnitz. Ließen die Annahmerichtlinien für die berufliche Tätigkeit nur ein niedrigeres Endalter als bisher vereinbart zu, würden Versicherungs- und Leistungsdauer in der BU-Versicherung entsprechend gekürzt. Dies sei bei beispielhaft bei Basler, die Bayerische, Stuttgarter und Volkswohl Bund der Fall.

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