Geringverdiener: Corona schärft Blick für Altersvorsorge

Florian Burghardt Berater

Reicht mein Geld im Alter aus? In der Coronakrise treibt diese Frage vor allem Geringverdienern Sorgenfalten auf die Stirn. Gleichzeitig erhöht die Pandemie deren Interesse an privater Altersvorsorge. Beratung ist aber dringend nötig, wie eine Umfrage zeigt.

Die Coronakrise führt den Menschen die Notwendigkeit privater Altersvorsorge zunehmend vor Augen. Vor allem bei Geringverdienern ist das so.

Die Coronakrise führt den Menschen die Notwendigkeit privater Altersvorsorge zunehmend vor Augen. Vor allem bei Geringverdienern ist das so. Bild: Pixabay

Viele Deutsche haben Lücken in der Altersvorsorge. Nicht umsonst werkelt die Bundesregierung weiter an einer säulenübergreifenden Renteninformation, die einen besseren Überblick über die Einkünfte im Rentenalter bieten soll.

Wie die Coronakrise das Thema Ruhestandsplanung beeinflusst, wurde zuletzt in mehreren Studien untersucht. Je nach Blickwinkel sorgt die Pandemie dabei für einen unterschiedlichen Grad an Besorgnis bei den Bürgerinnen und Bürgern. Beispielsweise macht sich ein Viertel der Menschen Sorgen um Höhe oder Sicherheit seiner privaten Altersvorsorge. Offenbar ist das Vertrauen in Versicherer, Banken und Co. vergleichsweise hoch.

Geringverdiener zunehmend besorgt

Anders sieht es aus, wenn man auf das Gesamtthema Altersvorsorge blickt. Die Angst, im Alter den gewohnten Lebensstandard finanziell nicht halten zu können, teilen bereits 42 Prozent der 829 Befragten innerhalb einer Umfrage der Continentale Versicherung. Die Sorge, im Ruhestand nicht mehr genug Geld zu haben, grassiert dabei am stärksten unter den Menschen, die bereits heute Geringverdiener sind, unter ihnen sind es 60 Prozent.

Unter ihnen ist auch der Anteil derer am größten, die sich durch die Coronakrise nun mehr für die private Altersvorsorge interessieren. Bei jedem dritten Geringverdiener hat die Beschäftigung mit diesem Thema an Bedeutung gewonnen. Bei Menschen mit geringer formaler Bildung geht es jedem Vierten so.

Jeder Zweite würde auf den Urlaub verzichten

Zwar steigen die Immobilienpreise unbeirrt weiter. Dennoch sehen 87 Prozent der Befragten in den eigenen vier Wänden die geeignetste Form der Altersvorsorge. Sechs von zehn Befragten sehen private Rentenversicherungen als geeignet. Allerdings kommt auch die private Unfallversicherung bei dieser Frage auf 50 Prozent.

„Wer glaubt, mit dem Sparbuch oder der privaten Unfallversicherung gegen Altersarmut vorgesorgt zu haben, der ist nicht gut informiert“, sagt dazu Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund. Professionelle Altersvorsorgeberatung wird also offenbar weiterhin dringend benötigt. Gepaart mit einer erhöhten Abschlussbereitschaft durch die Coronakrise sollte hier einiges an Neugeschäftspotenzial schlummern. Zumal 52 Prozent der Befragten bereit sind, für eine ausreichende Altersvorsorge auch auf Konsum wie zum Beispiel Urlaube zu verzichten.

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