Finanz- und Versicherungsbranche zahlt üppige Weihnachtsgelder

Anne Hünninghaus Versicherungen Panorama

Generell dürfen sich, Corona zum Trotz, mehr Arbeitnehmer mit Tarifvertrag über einen Festtagsbonus freuen. Zwischen Ost und West sowie einzelnen Branchen gibt es allerdings eklatante Unterschiede.

Weihnachtsgeld

Wer einen Tarifvertrag hat, darf sich auch im Krisenjahr mit hoher Wahrscheinlichkeit über ein leicht erhöhtes Weihnachtsgeld freuen. Bild: Adobe Stock/volurol

Keine Weihnachtsmärkte, kein Skiurlaub, keine ausgiebigen Shoppingtouren in überfüllten Innenstädten? Jeder Dritte Deutsche (68 Prozent) ist laut einer Studie des Marktforschungsunternehmen Appinio davon überzeugt, dass die Weihnachtszeit sich in diesem Jahr stark von der in vergangenen Jahren unterscheiden wird. Hinzu kommt in einer Vielzahl der Haushalte ein strengerer Blick auf die eigenen Finanzen, der Sparbedürfnis und Konsumverzicht weiter anregt.

Wer nun befürchtet hat, auch vonseiten des Arbeitgebers in diesem Jahr zum Fest leer auszugehen, sei vorsichtig entwarnt, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Mit 87,4 Prozent werden auch 2020 neun von zehn Tarifbeschäftigten Weihnachtsgeld erhalten. Das ist sogar ein geringfügig höherer Anteil als im Vorjahr (86,9 Prozent). „Corona-bedingte Aufkündigungen von tarifvertraglich vereinbartem Weihnachtsgeld sind anhand der uns vorliegenden Informationen bislang nicht zu erkennen“, ergänzt das Bundesamt.  Der Anstieg geht vor allem darauf zurück, dass der Anspruch auf die Sonderzahlung in den ostdeutschen Bundesländern um 3,6 Prozentpunkte auf 90 Prozent zugelegt hat und die Verbreitung im Westen (87 Prozent) damit übersteigt. Die Höhe des Weihnachtsgeldes liegt in diesem Jahr bei durchschnittlich 2.661 Euro brutto, das sind 1,1 Prozent mehr als 2019. Der Durchschnittsbetrag liegt im Westen um 181 Euro höher.

Diese Branche zahlt den höchsten Betrag

Über das üppigste Geldgeschenk dürfen sich Tarifbeschäftigte in der Energieversorgung freuen: Knapp 5.000 Euro brutto erhalten sie im Durchschnitt zum Jahresende. Die Branche der Finanz- und Versicherungsdienstleister kommt mit dem zweithöchsten Betrag von 4.195 Euro (Ost: 4.000, West: 4.213 Euro) ebenfalls sehr gut weg.  Hier erhalten 99,7 Prozent der Tarifbeschäftigten Weihnachtsgeld. Den mickrigsten Bonus erhalten indes Tarifbeschäftigte im Bereich „Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften“. Hier werden durchschnittlich 364 Euro an 99 Prozent der Tarifbeschäftigten gezahlt. Auch im Bereich „Landwirtschaft, Jagd und damit verbundene Tätigkeiten“ gibt es mit 493 Euro ein unterdurchschnittliches Weihnachtsgeld.

Die Auswertung basiert auf den Lohn-, Gehalts- und Entgelttarifverträgen sowie Betriebsvereinbarungen. Zum Weihnachtsgeld wurden dabei alle zusätzlichen Jahressonderzahlungen gerechnet, die im November und Dezember 2020 ausgezahlt werden.

Soli: Entlastungen im neuen Jahr

Eine weitere gute Nachricht, die zum neuen Jahr in vielen Haushalten zur Entlastung führen wird, ist die Verringerung des Solidaritätszuschlag: Laut Bundesregierung sollen 90 Prozent der heutigen Zahler ab 2021 vollständig von der Zahlung entbunden sein – bis zu einem versteuernden Einkommen von 61.717 Euro wird zukünftig kein Soli mehr fällig. Laut einer Umfrage von INSA Consulere, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge durchgeführt wurde, will gut die Hälfte der Befragten ihre Ersparnisse zurückzulegen. Trotz aller Corona-Anspannung könnten diese Nachrichten in vielen Haushalten einen guten Anlass bieten, sich Expertise zum richtigen Sparen und Vorsorgen einzuholen.

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