Falsche Versicherungsvertreter wollen Policen optimieren

Florian Burghardt Panorama

Derzeit treiben in verschiedenen Teilen Deutschlands Trickbetrüger ihr Unwesen, die das Versicherungsportfolio argloser Verbraucher optimieren wollen. Doch statt bare Münze zu sparen, werden die Rentner nur um ihr Geld erleichtert.

Beim Trickbetrug an der Haustür werden fast ausschließlich Rentner zu Opfern. So auch in aktuellen Fällen, in denen angeblich Versicherungsverträge optimiert werden sollten. Bild: Adobe Stock / lettas

Beim Trickbetrug an der Haustür werden fast ausschließlich Rentner zu Opfern. So auch in aktuellen Fällen, in denen angeblich Versicherungsverträge optimiert werden sollten. Bild: Adobe Stock/lettas

Als hätte die Assekuranz derzeit durch die Betriebsschließungsversicherung (BSV) nicht schon genug Image-Probleme, muss sie nun auch noch als Deckmantel für Trickbetrüger herhalten. So warnt die Berliner Polizei aktuell vor einer Masche, mit der sich falsche Vermittler Zugang zu Privatwohnungen vermeintlich leichter Opfer verschaffen möchten.

Konkret hatte sich am Montagnachmittag im Treptower Ortsteil Köpenick ein Mann an der Wohnungstür einer 81-Jährigen als Versicherungsvertreter vorgestellt. Er könne ihre Versicherungen optimieren und ihr eine Ersparnis verschaffen. Die Rentnerin willigte ein und bezahlte auch die vorab fällige „Beratungsgebühr“, heißt es in der Polizeimeldung. Nachdem er ihr für den nächsten Tag ein günstiges Vertragsangebot in Aussicht gestellt hatte, habe der Mann die Wohnung wieder verlassen. Erst später war der Frau aufgefallen, dass er dabei weiteres Bargeld mitgenommen hatte.

Laut der Berliner Polizei werden ältere Menschen seit Jahren Opfer dieser Trickbetrüger-Masche. Sie empfiehlt, keine Fremden in die Wohnung zu lassen, kein Bargeld zu übergeben und sich im Zweifel an eine Vertrauensperson zu wenden oder sofort die Polizei zu rufen.

Anruf vom Pflegedienst?

Ebenfalls über den Vorwand, Versicherungsverträge optimieren zu wollen, erhalten Rentner in der sächsischen Stadt Plauen seit Anfang November vermehrt Anrufe. Die Damen am Telefon würden sich als Mitarbeiterinnen eines Pflegedienstes ausgeben, berichten mehrere lokale Medien.

Demnach wollen die Anruferinnen Beratungstermine mit Vertretern der Pflegeversicherung (nicht klar, ob gesetzlich oder privat) vereinbaren, da die Policen Corona-bedingt angepasst werden müssten. Der Plauener Polizei, heißt es, seien diese Betrugsmasche bekannt und sie würde derzeit noch weitere Betroffene suchen. Nach Zustimmung am Telefon wäre womöglich ein Komplize vorbeigekommen, der sich als Vertreter ausgeben würde. Nach Informationen des Lokalmediums Blick.de hätten dann gefälschte Patienverfügungen und Vorsorgevollmachten erstellt werden sollen. Vermutlich wollten die Betrüger auf diesem Wege an das Geld ihrer Opfer kommen.