Eiopa mahnt erneut zum Dividendenstopp

Anne Hünninghaus Versicherungen

Haben Allianz, Axa und Co. in diesem Jahr zu voreilig Gewinnausschüttungen für das Geschäftsjahr 2019 versprochen? Die Aufsichtsbehörde Eiopa hat ihre Mahnung zu mehr finanzieller Zurückhaltung der Versicherer nun wiederholt. Im April hatte es in dieser Frage Unstimmigkeiten mit der BaFin gegeben.

Eiopa Bild: Pixabay/ Portraitor

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa erneuert ihre Mahnung, Dividenden auszuschütten. Bild: Pixabay/ Portraitor

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat Versicherer und Rückversicherer erneut dazu aufgefordert, vor dem Hintergrund der Corona-Krise Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vorübergehend auszusetzen. Das Handelsblatt zitiert den Eiopa-Vertreter Dimitris Zafeiris, es sei verfrüht, die Empfehlung zum Ausschüttungsverzicht aufzuheben: „Viele Unsicherheiten liegen vor uns und wir beobachten sie weiter. Sollte sich die Situation verbessern, müssen wir unsere Einschätzung möglicherweise ändern.“

Die europäischen Versicherungsaufseher hatten bereits im April zu entsprechender Sparsamkeit und Vorsicht aufgerufen, und dazu, sich erst dann für Gewinnausschüttungen an Aktionäre zu entscheiden, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Krise besser absehbar sind. Die deutsche Aufsicht BaFin grätschte jedoch dazwischen. Zwar hatte auch sie, ebenso wie die EZB, im April empfohlen, für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 auf die Zahlung von Dividenden sowie auf Aktienrückkäufe zu verzichten. Ein „pauschales Ausschüttungsverbot für Versicherungsunternehmen und Pensionskassen“ hielt die BaFin aber schon vor einem halben Jahr laut einer Stellungnahme „nicht für geboten“. Die Versicherer sollten ihre eigene Risikotragfähigkeit individuell überprüfen und dann entscheiden. Man erwarte allerdings eine überzeugende Begründung, wenn Dividenden ausgeschüttet würden, gab BaFin-Exekutivdirektor Frank Grund damals zu Protokoll.

Versicherer wie die Allianz, die Münchener Rück, Generali und Axa hatten sich trotz der angespannten Gesamtlage für eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 entschieden. Dafür waren sie teils harsch kritisiert worden.

Es scheint, als kämen viele der großen Gesellschaften besser durch die Krise als erwartet. Die bisherigen Zahlen der Allianz wirkten beispielsweise als erste Beruhigungspille: Im dritten Quartal konnte sie recht solide 2,9 Milliarden Euro Gewinn verbuchen – und liegt so trotz des Ausnahmejahrs lediglich drei Prozent unter dem Vorjahresniveau. Analysten hatten im Schnitt nur mit 2,6 Milliarden Euro gerechnet. Auf Aktienrückkäufe verzichtet Deutschlands größter Versicherer.