Einzelmakler bekommen Corona-Krise am stärksten zu spüren

Martin Thaler Berater

Insgesamt hat sich die Stimmung unter Maklern in den vergangenen Monaten aufgehellt. Die Mehrheit von ihnen blickt optimistisch in die Zukunft.

Einzelmakler

Einzelmakler bekommen nicht nur die Corona-Auswirkungen besonders heftig zu spüren, sie blicken auch mit gebremsten Optimismus in die Zukunft. Bild: Pixabay/ www_slon_pics

Abgesagte Konzerte, geschlossene Kinos und Fitnessstudios, verrammelte Restaurants: Auch fernab der offensichtlichen Kandidaten macht Corona der deutschen Wirtschaft schwer zu schaffen. Laut einer aktuellen Umfrage des Industrie- und Handelskammertages unter 13.000 Betrieben schmelzen bei 40 Prozent der Unternehmen die finanziellen Rücklagen zusammen. Jedes elfte Unternehmen fürchtet gar um seine Zukunft und sieht sich von der Insolvenz bedroht. Vor allem bei kleineren Firmen ist die Stimmung düster – von den nach eigenen Angaben insolvenzgefährdeten Unternehmen haben 80 Prozent weniger als 20 Mitarbeiter.

Auch am Maklermarkt verhagelt die Corona-Krise insbesondere Kleinmaklern das Geschäft. Mehr als jeder vierte Einzelmakler spürte auch im Oktober noch deutliche Auswirkungen durch die Pandemie. Das waren dennoch merklich weniger als zu Zeiten des ersten Lockdowns im April (35 Prozent). Bei Maklern mit zwei bis drei Mitarbeitern sehen sich hingegen nur neun Prozent von Corona stark betroffen, bei Maklern mit mehr als vier Mitarbeitern ist es jeder fünfte.  

Das geht aus einer neuen Umfrage unter rund 200 Maklern des Marktforschungsunternehmens g/d/p hervor, das ähnliche Stimmungsbarometer bereits im April und Juli erstellt hatte. Vergleicht man diese miteinander, zeichnet sich unter Maklern über das Jahr eine merkliche Stimmungsaufhellung ab. Spürten im Frühjahr noch über 40 Prozent aller Makler deutliche Geschäftseintrübungen, scheint sich der Himmel mittlerweile zumindest teilweise aufgeklart zu haben. Im Oktober fielen die Corona-Auswirkungen nur noch bei 20 Prozent aller Makler deutlich aus.  

Ein Drittel verzeichnet geringeres Neugeschäft

Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass viele Makler mittlerweile ihre Prozesse an die aktuelle Situation angepasst haben. Statt im eigenen Büro wird per Video beraten – für viele Kunden ist die Online-Video-Schalte schon längst der präferierte Kommunikationsweg. Der veränderte Kundenkontakt ist die Auswirkung, die die meisten Vermittler (34 Prozent) zu spüren bekommen. Auch der Rückgang beim Neugeschäft ist weit verbreitet (33 Prozent), einen gestiegenen Umsatz meldeten hingegen nur zwei Prozent der Makler.  

Der Blick in die Zukunft ist bei vielen Vermittlern optimistischer: Stimmten im Juni noch 36 Prozent der Aussage „Ich sehe der weiteren geschäftlichen Entwicklung optimistisch entgegen“ voll und ganz zu, waren es im Oktober schon 41 Prozent. Insgesamt betrachtet blicken über 80 Prozent aller Makler mehr oder weniger hoffnungsvoll in die Zukunft, lediglich bei drei Prozent fällt die Erwartungshaltung sehr pessimistisch aus.  

Auch hier zeigt sich, dass insbesondere bei größeren Maklerunternehmen der Optimismus vorherrscht: 59 Prozent der Unternehmen mit mehr als vier Mitarbeitern blickt der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung sehr optimistisch entgegen, bei Einzelmaklern ist es lediglich jeder vierte. Gefragt wurde auch, mit welchen Leistungen bzw. Services die Versicherer während der Pandemie bei den Maklern punkten konnten.

Am häufigsten (26 Prozent) nannten die Umfrageteilnehmer die von vielen Versicherern angebotenen Beitragsaussetzungen. Gute Erreichbarkeit (25 Prozent), die Unterstützung der Makler (19 Prozent) sowie eine gute und schnelle Abwicklung von Anträgen bzw. Leistungsfällen (16 Prozent) wurden von den Maklern ebenfalls wertgeschätzt – Leistungen, die auch in der Corona-freien Zeit einen hohen Stellenwert haben dürften.

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