Corona erhöht Abschlussbereitschaft bei Risikolebensversicherungen

Martin Thaler Versicherungen

Das Potential von Risikolebenversicherungen ist hoch und dürfte durch Covid-19 noch einmal an Fahrt gewinnen. Die persönliche Beratung wird hingegen von immer wenigen Kunden wertgeschätzt, wie eine neue Studie nahelegt.

Hinterbliebenenabsicherung

Die Gründung einer Familie ist einer der maßgeblichen Gründe für den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Bild: Pixabay/ pixel2013

Sich mit dem eigenen Tod auseinanderzusetzen, ist für viele Menschen ein beängstigendes Thema, das gerne gescheut wird. Dabei handelt es sich um Thema von hoher Relevanz: Wie eine Umfrage des Versicherers LV 1871 jüngst deutlich machte, könnten 44 Prozent der Befragten durch den Wegfall des Einkommens ihres Partners in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Gleichzeitig hatte fast ein Viertel (23 Prozent) der Umfrageteilnehmer seine Liebsten noch nicht abgesichert.  

Das könnte sich in den kommenden Monaten ändern, glaubt man einer Studie, die nun Iptiq, der White-Label-Versicherer der Swiss Re, vorgelegt hat. 5.000 Menschen zwischen 25 und 55 Jahren hat das Unternehmen zum Thema Risikolebensversicherungen befragt. Von ihnen planen sechs Prozent, in den kommenden zwölf Monaten eine entsprechende Versicherung abzuschließen. Umgerechnet auf die deutsche Bevölkerung sind das zwei Millionen Menschen. Fast die Hälfte davon (40 Prozent) möchte den Abschluss schnell vorantreiben – Grund hierfür ist die aktuelle Corona-Pandemie, die dem Thema Hinterbliebenenabsicherung eine höhere Dringlichkeit verleiht.  

Covid-19 treibt Abschlussbereitschaft

Sieben Prozent gaben zudem an, dass Covid-19 der Hauptgrund für den Abschluss einer Risikolebensversicherung sei. Allgemein sind einschneidende persönliche Erlebnisse einer der Hauptauslöser für deren Abschluss: Fast 20 Prozent der Kunden mit vorhandener Versicherung gaben an, dass der Tod oder die Krankheit eines nahestehenden Menschen ihre Abschlussentscheidung maßgeblich beeinflusst hätten. Doch positive Ereignisse, wie eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes, beeinflussen die Kaufentscheidung fast ebenso stark. Abschlussgrund Nummer eins bleibt jedoch der Kauf einer Immobilie – 42 Prozent der Immobilienbesitzer motivierte der Kauf ihres Eigenheims zur entsprechenden Risikoabsicherung.  

Das Potential für Anbieter und Vermittler ist dabei noch wesentlich größer als die erwähnten zwei Millionen Neukunden: So gaben zwölf Prozent der Studienteilnehmer an, sich mit dem Thema Risikolebensversicherung bereits beschäftigt zu haben, jedoch noch nicht zum Abschluss gekommen zu sein. Für Vermittler ergibt sich hieraus ein weiteres Potential in Höhe von vier Millionen Kunden.  

Allerdings setzen immer mehr Menschen auf das Internet statt auf den Vermittler, wenn es darum geht, sich zum Thema Risikolebensversicherungen zu informieren. 60 Prozent der Studienteilnehmer erklärten, sich unabhängig online zu informieren – dies entspricht einem Zuwachs von etwa 170 Prozent im Vergleich zu vor zehn Jahren. Der Anteil der Menschen, die vor dem Kauf eine persönliche Beratung in Anspruch nahmen, sank im selben Zeitraum um 25 Prozent. Nichtsdestotrotz sei der Stellenwert der persönlichen Beratung weiterhin hoch, stellen die Studienautoren fest: 40 Prozent der Kunden, die kürzlich eine Risikolebensversicherung abgeschlossen haben, ließen sich weiterhin von einem Vermittler beraten.  

Online informieren, offline abschließen?

Zu der Frage, wie viele der Kunden, die sich online informierten, letztlich die Versicherung auch im Internet abschlossen, liefert die Studie hingegen keine Antwort Häufig konnten Makler in der Vergangenheit den sogenannten ROPO-Effekt (Research online, Purchase offline) beobachten: Kunden informierten sich dabei selbstständig im Netz zu der Versicherung, die sie abschließen wollten, ließen sich die gewonnenen Informationen im Nachhinein aber von einem professionellen Vermittler einordnen. Schließlich ist die Absicherung des Todesfallrisikos nicht ohne Tücken, so dass viele Kunden hier eine leichtfertige Entscheidung scheuen und sich absichern. Jüngere Studien hatten zudem offenbart, dass vor allem jüngere Kunden vermehrt den Weg zum Makler einschlagen, wenn es um das Thema Versicherung geht.

Die entsprechende Beratung möchten jedoch immer weniger Kunden direkt im Büro des Vermittlers erfahren – stattdessen gewinnen laut Studie Telefon-, aber auch Video- und Onlineberatung immer mehr an Bedeutung. Eine Entwicklung, die durch Corona zusätzlich verstärkt und beschleunigt werden dürfte.

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