Alterssicherung: Vorsorgeberater dürften es nach der Bundestagswahl schwer haben

Detlef Pohl Berater Panorama Top News

Grüne: Alterssicherung ohne Kapitaldeckung

Markus Kurth, Fraktionssprecher für Rentenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen, wirbt ebenfalls für die Stabilisierung der GRV als „Einkommensversicherung“. „Alterssicherung ist auch ohne Kapitaldeckung möglich“, meinte er in dem Streitgespräch. Durch den anhaltenden Niedrigzins schaffe die Zusatzvorsorge keine besseren Ergebnisse als die GRV, die Kurth im Aufwind sieht.

Private Altersvorsorge sei „Zusatz mit Risiko“, die GRV dagegen „mehr als eine Grundversorgung“. Allenfalls ein „Angebots-Obligatorium durch Arbeitgeber für die bAV“ mit besserer Portabilität als bisher sei eine sinnvolle Zusatzvorsorge.

CDU: Sicherheit nur durch Drei-Säulen-Modell

Einzig Jana Schimke, die für die CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales sitzt und stellvertretende Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion ist, bot eine andere strategische Perspektive: „Der Fokus allein auf die GRV wäre falsch, sie kann nur eine Grundversorgung bieten“.

Das soziale Sicherungsnetz halte nur zusammen mit der zweiten und dritten Säule. Zusatzvorsorge, insbesondere bAV, sei unverzichtbar für Arbeitnehmer, aber gerade Geringverdiener dürften damit nicht finanziell überfordert werden. Corona mache Druck auf die Kosten in allen Säulen. Dabei dürfe die 40-Prozent-Grenze für Sozialabgaben nicht aus dem Blick geraten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft nicht zu gefährden. Letztlich müssten Begehrlichkeiten gestoppt und die GRV von versicherungsfremden Leistungen entlastet werden. Extras wie die Mütterrente wären besser aus Steuermitteln finanziert worden, gab sie sich für die Union selbstkritisch.

Fazit: Unruhige Zeiten für Vorsorgeberater

Fazit der Runde: „Ein gutes Rahmensystem der Alterssicherung müsse Leistungsgerechtigkeit abbilden (Schimke), Sicherheit vor allem über eine starke GRV bieten (Kapschack), den Einkommensersatz verlässlich und transparent gewährleisten (Kurth) und das gesetzliche Rentenniveau deutlich erhöhen (Birkwald).

Fazit des Autors: Nach der Bundestagswahl würde dies für Vorsorgeberater wohl bedeuten, dass jede rot-rot-grüne Regierung der Beratertätigkeit für private und betriebliche Altersversorgung mehr oder weniger kritisch gegenübersteht. Bei der Suche nach Lösungen für Probleme der Kunden wie Demografie, Akzeptanz lebenslanger Zusatzversorgung und Volatilitätsrisiken bei der Alterssicherung stünden Berater weitgehend allein auf weiter Flur. Einen sich davon abhebenden politischen Ansatz bietet derzeit nur ein CDU-Positionspapier zur Vermögensbildung.

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