34f-Vermittler: Mangelhafte Transparenz der Aufsicht?

Recht & Haftung Detlef Pohl Berater

Verbraucherschützer verlangen den Wechsel der Aufsicht für 34f-Vermittler. Als Grund wird auch eine eigene Umfrage bei IHK’n herangezogen, die Intransparenz belegen soll. Dabei leisten Verbraucherzentralen selbst Finanzberatung meist ohne Zulassung.

Dorothea Mohn

Das aktuelle Aufsichtssystem aus IHK‘n sowie Gewerbeämtern sei unzureichend, behauptet Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv. Das sehen Vermittlerverbände völlig anders. Bild: vzbv

Die Kritik von Verbraucherschützern am deutschen Provisionssystem bei der Vermittlung von Geldanlagen und Lebensversicherungen reißt nicht ab. Seit es 2013 in Großbritannien ein Provisionsverbot in der Anlage- und Altersvorsorgeberatung gibt, stellt vor allem der Verbraucherzentrale-Bundesverband (vzbv) dies als leuchtendes Beispiel dar und verlangt dasselbe für Deutschland.

Doch die Ergebnisse auf der Insel sind eher ernüchternd. Verbraucher mit mittlerem und geringem Einkommen können sich keine Honorarberatung mehr leisten. Folge: Eine immer größere Beratungslücke tut sich auf. Immer mehr Bürger bleiben von der Anlageberatung ausgeschlossen.

Fadenscheinige Begründung für Aufsichtswechsel

Diesen und anderen Problemen beugt hierzulande das IDD-Umsetzungsgesetz vor. Durch das Nebeneinander von Provisions- und Honorarberatung ist der Zugang zum Kapitalmarkt für alle Anleger ebenso gewährleistet wie auch die Wirtschaftlichkeit der Beratungsdienstleistung in der Breite. Das hält den vzbV nicht davon ab, regelmäßig die Qualität der Aufsicht über Finanzanlagevermittler mit Zulassung nach Paragraf 34f Gewerbeordnung (GewO) in Frage zu stellen. Die Verbraucherschützer plädieren für einen Wechsel der Aufsicht – hin zu BaFin.

Auch die Bundesregierung verfolgt bekanntlich diesen Plan – trotz eklatanter Defizite in der Aufsichtspraxis der BaFin im Wirecard-Skandal. „Eine zentrale, einheitliche und zuverlässige Aufsicht über den Finanzvertrieb ist seit Jahren überfällig“, behauptet Dorothea Mohn, Leiterin Team Finanzmarkt beim vzbv. Das aktuelle Aufsichtssystem aus IHK‘n sowie Gewerbeämtern sei unzureichend. Das sehen Vermittlerverbände komplett anders, zumal Finanzanlagenvermittler, die häufig auch als Versicherungsvermittler tätig sind, künftig von gleich zwei Behörden beaufsichtigt würden und dafür Millionen Euro zusätzliche Bürokratiekosten tragen müssten.

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