Wohnungseigentumsgesetz vereinfacht Einbruchsschutz

Berater Versicherungen Martin Thaler

Mit dem zum Dezember in Kraft tretenden reformierten Wohnungseigentumsgesetz können Wohnungseigentümer Schutzmaßnahmen gegen Einbrecher in Zukunft einfacher umsetzen. Bei den Einbruchszahlen rechnet der GDV in diesem Jahr mit einem Rekordtief.

Einbrecher

Beim GDV schätzt man, dass die Zahl der Einbrüche 2020 auf ein neues Rekordtief sinken könnte. Bild: AdobeStock/ Alexandr Sidorov

Mit der dunklen Jahreszeit beginnt zugleich die Hochsaison für Einbrecher – auch wenn die Einbruchszahlen seit einiger Zeit rückläufig sind und sich im Vergleich zum Jahr 2015 beinahe halbiert haben, verzeichneten die deutschen Versicherer noch immer 95.000 Einbrüche im vergangenen Jahr.  

Wohnungseigentümer, die sich besser vor Langfingern und Ganoven schützen möchten, haben es in Zukunft einfacher. Grund hierfür ist das reformierte Wohnungseigentumsgesetz (WEG), das zum 1. Dezember dieses Jahres in Kraft tritt.  

Mit der Reform werden Um- und Ausbaumaßnahmen in Wohnungseigentumsanlagen künftig einfacher umzusetzen sein. Waren dafür bislang in der Regel Beschlüsse mit großer Mehrheit oder sogar Einstimmigkeit notwendig, reicht für Veränderungen des Gemeinschaftseigentums bald eine einfache Mehrheit.  

Beschluss des Einzelnen reicht

Für manche Maßnahmen genügt sogar der Beschluss eines einzelnen Besitzers: Wer also beispielsweise eine Ladestation für Elektroautos, einen Glasfaseranschluss oder einen Treppenlift anschaffen möchte, ist hierfür nicht mehr auf das Wohlwollen der übrigen Parteien im Haus angewiesen, sondern kann die Maßnahme alleine durchsetzen – sofern er dafür auch alleine bezahlt.  

Darunter fallen ebenfalls Maßnahmen zum Einbruchschutz, wie beispielsweise der Einbau von einbruchshemmenden Haus- und Wohneingangstüren, von Nachrüstsystemen für Fenster und von einbruchshemmenden Gittern und Rollläden.  

„Sinkende Einbruchzahlen zeigen, dass es sich lohnt, in Sicherheitstechnik zu investieren“, betonte Oliver Hauner, Leiter Sachversicherung beim GDV. So scheitere jeder zweite Einbruch an der vorhandenen Sicherheitstechnik, heißt es von Seiten des Versichererverbands.  

Unterstützung können Wohnungseigentümer dafür bei der staatlichen Kfw-Bank beantragen, die ihr Angebot im Jahr 2017 überarbeitet und niedrigschwelliger gestaltet hat. Bereits ab Investitionskosten ab 500 Euro erhalten Antragssteller einen Zuschuss von zehn bzw. 20 Prozent – gewährt wird dieser bis zu einer Investitionssumme von 15.000 Euro.  

 

Förderfähige InvestitionskostenHöhe des Zuschusses
weniger als 500 Eurokein Zuschuss
500 bis 1.000 Euro20 Prozent
1.000 bis 15.000 Euro10 Prozent
darüber hinausgehende förderfähige Investitionskostenkein Zuschuss

Für dieses Jahr geht man beim GDV ersten Schätzungen zufolge von einem Rekordtief bei den Einbruchszahlen aus. Als Grund hierfür gibt der Verband die Corona-Pandemie an, durch die viele Menschen – aufgrund Homeoffice, Kurzarbeit oder ausfallendem Urlaub – vermehrt in den eigenen vier Wänden geblieben sind.  

Durch die Schließung vieler Betriebe im Zuge des angekündigten Lockdowns im November steigt wiederum das Einbruchsrisiko für temporär leerstehende Geschäfte. Makler sollten darum ihre Gewerbekunden darüber informieren, dass der Leerstand der Versicherung gemeldet werden muss, rät Gewerbemakler Rainer Schamberger. „Die Aufgabe des Maklers ist es nun, mit dem Versicherer zu verhandeln, dass aufgrund der getroffenen Maßnahmen durch den Versicherungsnehmer keine Reduzierung des Versicherungsschutzes stattfindet. Viele Versicherer wollen in Zeiten des Leerstandes den Einbruchdiebstahl-Schutz ausschließen oder die versicherten Summen reduzieren –das gilt es im Vorfeld zu klären und zu vermeiden.“

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