Wie die Deutschen die Soli-Ersparnisse nutzen wollen

Martin Thaler Versicherungen

Die Bundesregierung geht davon aus, dass nahezu alle Steuerzahler von der Reform des Solidaritätszuschlags finanziell profitieren werden. Für Vermittler ergibt sich hieraus ein interessanter Ansatz für Beratungsgespräche.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht davon aus, dass durch die Soli-Reform 90 Prozent der Steuerzahler vom Solidaritätszuschlag befreit werden. Bild: Pixabay/ flotty

Es ist eine Nachricht, die viele Haushaltskassen gefreut haben dürfte: Im kommenden Jahr verringert sich für fast alle Menschen der Solidaritätszuschlag, für viele entfällt er sogar komplett. Laut Bundesregierung sollen 90 Prozent der heutigen Zahler ab 2021 vollständig von der Zahlung entbunden sein – bis zu einem versteuernden Einkommen von 61.717 Euro wird zukünftig kein Soli mehr fällig.

Weitere 6,5 Prozent der Soli-Zahler fallen in Zukunft zudem in die sogenannte „Milderungszone“ – für sie entfällt der Soli zwar nicht komplett, allerdings profitieren auch sie von reduzierten Zahlungen. Die Milderungszone gilt dabei für zu verteuernde Einkommen bis 96.409 Euro. Nur die Menschen mit einem höheren Einkommen werden auch weiterhin voll zur Kasse gebeten.

Für Vermittler bietet die Abgabenerleichterung einen guten Anlass für ein Beratungsgespräch. Denn viele Steuerzahler beabsichtigen, die Ersparnisse zur Seite zu legen. Laut einer Umfrage von INSA Consulere, die im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge durchgeführt wurde, will gut die Hälfte der Befragten ihre Ersparnisse zurückzulegen. Weitere 24 Prozent beabsichtigen zudem, das zusätzliche Geld zum Anlass zu nehmen, mit dem Sparen anzufangen. Vor allem bei jüngeren Steuerzahlern (Altersgruppe: 18 bis 29 Jahre) ist diese Bereitschaft ausgeprägt: 44 Prozent dieser Gruppe gaben an, mit dem Sparen beginnen zu wollen, weitere 36 Prozent wollen die Einzahlungen in einen bereits vorhandenen Vertrag noch einmal erhöhen.

Unklarheit über Ersparnisse

Insgesamt 46 Prozent der Befragten erklärten, das zusätzliche Geld für den Konsum zu verwenden – eine Neigung, die mit zunehmenden Alter häufiger wiederzufinden war.

Wie viel Geld mehr letztlich im Portemonnaie bleibt, ist für viele Menschen allerdings noch unklar. Denn 28 Prozent sind der Überzeugung, vom Wegfall des Solidarzuschlags nicht zu profitieren, gut ein Drittel gab zudem an, die finanziellen Auswirkungen nicht einschätzen zu können. Auch diejenigen, die von einer Entlastung überzeugt sind, wissen nur selten über die genaue Höhe der Ersparnisse Bescheid. Laut Bundesregierung werden allerdings 90 Prozent der Steuerzahler profitieren – Vermittler können hier unter Zuhilfenahme von Soli-Rechnern, die unter anderem von zahlreichen Versicherern zur Verfügung gestellt werden, konkrete Aufklärungsarbeit leisten.