Weiterbildung: So investieren Sie die 15 Stunden zielgerichtet

Detlef Pohl Top News Versicherungen Berater IDD

Das Corona-Virus hat auch in die Weiterbildung der unabhängigen Finanzvermittler eingegriffen. Über den aktuellen Stand und die nächsten Perspektiven gibt Frank Rottenbacher, AfW-Vorstand für Politik, Bildung und Qualifikation, Auskunft im Interview.

Weiterbildung muss dann zur Verfügung stehen, wenn der Berater sie benötigt. Insofern ist E-Learning fast alternativlos geworden, sagt AfW-Vorstand Frank Rottenbacher. Bild: AfW

procontra: Das Corona-Virus hat die Karten auch bei der Weiterbildung für Vermittler mit Zulassung nach Paragraf 34 GewO neu gemischt. Wo geht die Reise hin?

Rottenbacher: Ganz klar in Richtung E-Learning und/oder virtuelle Veranstaltungen. So wie sich Video-Beratung im Beratungsgeschäft oder Zoom-Meetings im Businessalltag durchgesetzt haben, so haben sich E-Learning-Angebote seit Beginn der Pandemie bewährt.

procontra: Ist das der Anfang vom Ende der Präsenzveranstaltungen?

Rottenbacher: Nein. Präsenzveranstaltungen werden wiederkommen, sie haben auch ganz klar ihre Berechtigung, weil viele Sachen nur dann funktionieren, wenn man sich wirklich begegnet. Beim Kennenlernen und wenn es um Verhaltensänderungen geht, sehe ich Präsenzveranstaltungen klar im Vorteil. Wenn es aber um den Erwerb von Fachwissen geht, so wird dieses zukünftig fast ausschließlich online abspielen.

procontra: Die Weiterbildung der Vertriebler ist ja inzwischen nach IDD-Umsetzungsgesetz erstmals gesetzlich vorgeschrieben. Wo stehen wir?

Rottenbacher: Weiterbildung ist nun ein fester Bestandteil im Vermittlerleben. Wichtig ist, dass es nicht nur um das Auffüllen der „15 Stunden“ geht, sondern darum dass Vermittler ihre Weiterbildung nach ihrer Tätigkeit und ihren beruflichen Zielen auswählen und erst dann schauen, ob es dafür auch Weiterbildungszeiten gibt. Denn die zeitliche Investition in Weiterbildung soll sich ja in der täglichen Praxis auszahlen. Dann wird sie sich immer mehr mit dem Berufsalltag verzahnen und zur Selbstverständlichkeit werden.

procontra: Die gesetzliche Weiterbildungspflicht für 34d-Vermittler besteht seit 23. Februar 2018 – wie sind diese eineinhalb Jahre genutzt worden?

Rottenbacher: Der DIHK hat am vergangenen Freitag zusammen mit der BaFin Fragen und Antworten rund um die IDD-Weiterbildungsanforderungen veröffentlicht. Dabei stellt er einige Kernpunkte klar: Welche Inhalte werden anerkannt? Wie muss die Weiterbildung erfolgen? Wer muss sich weiterbilden? Diese Antworten bringen hoffentlich Klarheit und eine einheitliche Handhabung aller IHK in Deutschland. Da letztlich jeder Vermittler selbst für die Erfüllung seiner eigenen Weiterbildungsverpflichtung verantwortlich ist, sollte jeder seine Zertifikate genau auf die Einhaltung der vom DIHK erstellen Spielregeln prüfen.

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Warum "gut beraten" in die Irre führen kann

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