Was Check24 mit seinem neuen Bankangebot bezweckt

Martin Thaler Digital Versicherungen

Seit dieser Woche bieten die Münchener ein digitales Konto an, mit dem sie einem bereits übersättigten Markt ein weiteres Angebot hinzufügen. Dennoch könnte die Rechnung für Check24 aufgehen.

Check24

Check24 ist jetzt mit seiner eigenen Digitalbank an den Start gegangen. Bild: picture alliance

Check24 bietet nicht nur Vergleiche zu Kfz-Versicherungen, Handyverträgen und Strompreisen, sondern seit dieser Woche auch ein digitales Bankkonto: „C24“ heißt die Bank, die seit Dienstag ihren Kunden drei verschiedene Kontotypen – „Smart“, „Plus“ oder „Max“ – offeriert. Im Angebot enthalten ist unter anderem eine kostenlose Mastercard, das kostenfreie Abheben von Geldbeträgen an sämtlichen Bankautomaten sowie die Analyse von bestehenden Ausgaben und Verträgen. Services, die auch von der Konkurrenz längst geboten und in einem übersättigten Markt mit 92 Millionen Girokonten wohl kaum für großes Aufsehen sorgen werden.  

Der Ansatz von Check24 ist dann auch ein anderer. „Es ist nicht unser oberstes Ziel, die Erstbank-Verbindung zu werden. Unsere Kunden können aus unserem Angebot heraus alle Bankverbindungen steuern, daher ist der Multibanking-Ansatz auch ein Herzstück“, sagte Check24-Chef Christoph Röttele gegenüber dem Portal Finanzszene.de. Wer schon ein Girokonto bei einer anderen Bank hat, kann dieses in die C24-App integrieren, so dass er einen Überblick über all seine Daten hat.  

Auch wenig solvente Kunden werden umworben

Auch Kunden, die als eher bonitätsschwach gelten, sollen umworben werden. „Wir haben keinerlei Berührungsängste bei Kunden mit einer aus unserer Sicht nicht optimalen Bonität. Auch mit diesen Kunden lässt sich über sogenannte Tippgeber-Provisionen perspektivisch Geld verdienen“, führt Röttele weiter aus.

Übersetzt heißt das: Der Kunde soll stärker mit den weiteren Produkten der Check24-Gruppe verknüpft werden. Denn durch die Vertragserkennung und -optimierung sollen die Kunden auf günstigere Alternativen hingewiesen werden, die über das Check24-Vergleichsportal abgeschlossen werden können. Für die vermittelten Verträge für Gas, Handy oder Versicherungen kassiert Check24 wiederum Provisionen, die das Gratis-Bankangebot (zumindest im „Smart“-Tarif) lukrativ für Check24 gestalten.  

Zumal sollen die Bankkunden auch Bau- und Ratenkredite sowie Geldanlagen wie Tages- und Festgeld abschließen können. Diese bietet C24 jedoch nicht selbst an, sondern vermittelt auch hier verschiedene Angebote über ihre Vergleichsplattform. Auf diese Weise sollen Kunden attraktivere Zinsen bekommen als bei ihrer Hausbank, erläutert Röttele gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare