Warum Makler mit Insurtechs kooperieren sollten

Digital Berater von Christian Macht

Wie bewältigen Makler den nächsten Schritt in Richtung Digitalisierung? Dr. Christian Macht, CEO des Insurtechs Element, wirbt in seinem Gastbeitrag für eine Symbiose aus Tech-Knowhow und persönlicher Beratung.

Partnerschaft mit Digitalanbietern

Inwiefern kann es sich eine Partnerschaft mit Digitalanbietern für Makler lohnen? Bild:

Die Versicherungsbranche ist im Umbruch – sie wird digital. Nicht zuletzt die Corona-Krise hat gezeigt, dass es ohne eine nachhaltige Digitalisierungsstrategie nicht mehr geht. Das gilt nicht nur für die großen Versicherungsunternehmen, sondern auch für Makler. Sie haben die Auswirkungen der vergangenen Monate besonders zu spüren bekommen. In einer Umfrage der Forschungsgruppe g/d/p gaben bereits im April 41 Prozent der Makler an, einen deutlichen Umsatzrückgang zu verzeichnen. Im Juni zeigte sich bei einer Umfrage des Bitkom, dass 46 Prozent der befragten Bürger online eine Versicherung abgeschlossen haben – und das meist aufgrund von mangelnden Beratungsleistungen von Vermittlern. Hier besteht also Nachholbedarf. Der Großteil der Makler ist sich durchaus bewusst, dass in nächster Zeit größere Herausforderungen zu bewältigen sind: Drei von vier Vermittlern wollen digitaler arbeiten, wie eine Umfrage von AssCompact/mobilversichert zeigt.

Der Chatbot ist keine Alternative zum Berater

Feststeht: Ohne Digitalisierung läuft der Maklerbetrieb zunehmend Gefahr, das Wasser abgegraben zu bekommen. Zwei Drittel der Deutschen erwarten, dass es in nächster Zeit eine digitale Versicherungsplattform geben wird, die möglicherweise im Zusammenhang mit einem der weltweit führenden Digitalunternehmen steht. Amazon hat in Indien diesen Schritt bereits unternommen. Noch lässt sich verhindern, dass Kunden zu diesen Plattformen abwandern. Auch in Zukunft ist der Zugang zum Kunden nämlich der größte Wert – diesen besitzen Makler, zusammen mit einem tiefen Wissen über ihren jeweiligen Kundenstamm. Sie müssen sich daher fragen, welche Ansprüche ihr Versicherungskunde der Zukunft haben wird und welche Vorteile Produkte haben müssen, um diesen gerecht zu werden.

Die gute Nachricht ist: Der Kunde der Zukunft ist zwar deutlich digitaler, bei komplexen Produkten besteht aber weiterhin Beratungsbedarf. Chatbots und FAQ-Webseiten sind keine Alternative zum persönlichen Berater. Einfache Produkte hingegen werden schneller online abgeschlossen, ein gutes Erklärvideo kann schon ausreichen. Eine digitale Customer Journey, die vielseitig ausgestaltet ist, wird also die Voraussetzung sein, um Kundenakquise und ?bindung erfolgreich bestreiten zu können.

Gleichzeitig wird gerade eine jüngere Zielgruppe – eben jene, die sich jetzt für Versicherungsprodukte interessiert – eine größere Bereitschaft haben, Daten preiszugeben. Die Hemmschwelle, Daten schnell und unkompliziert, am besten über das Smartphone, zu aktualisieren und zu teilen, ist in dieser Generation deutlich gesunken. Für Makler ist das gewinnbringend, denn gut ausgewertete Daten ermöglichen es künftig, dem Kunden ein passgenaues Portfolio an Versicherungen für die individuelle Lebenssituation anzubieten.

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