Thomas-Cook-Pleite: Zurich zahlt mehr an betroffene Kunden

Martin Thaler Versicherungen

Die Zurich zahlt Kunden der insolventen Thomas-Cook-Gruppe mehr Geld. Grund hierfür ist unter anderem, dass die Zahl der Ansprüche unter den Erwartungen blieb. Eine Neuregelung des Insolvenzrechts steht weiter aus.

Thomas Cook

Die Zurich zahlt betroffenen Thomas-Cook-Kunden mehr Geld. Bild: Pixabay/ hans

Die Zurich Versicherung erhöht die Zahlungsquote für Kunden der insolventen Thomas Cook-Gesellschaften. Wie der Versicherer am Montag mitteilte, hätten geschädigte Kunden einen Anspruch auf Erstattung von 26,38 Prozent ihres Schadens – zuvor hatte die Zurich mit einer Schadensquote von 17,5 Prozent kalkuliert. Kunden, die bereits eine Quotenauszahlung von 17,5 Prozent erhalten haben, stehe somit grundsätzlich einen Anspruch auf Erstattung von weiteren 8,88 Prozent zu.  

Grund für die höhere Quote ist die Tatsache, dass die tatsächliche Gesamtbelastung hinter dem ursprünglich kalkulierten Beitrag zurückblieb. So hätten die Kunden bislang gegenüber der Versicherung weniger Ansprüche angemeldet, als diese angenommen hatte. Auch sei es der Zurich gelungen, nach Austausch mit den betroffenen Hotels und Fluggesellschaften die Rückholkosten zu reduzieren.  

Kosten für Staat reduzieren sich

Durch die erhöhte Quotenzahlung der Zurich verringern sich die Kosten für den Staat. Dieser hatte im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, den betroffenen Pauschaltouristen den Differenzbetrag zwischen ihren Zahlungen und der Entschädigung der Zurich zu erstatten.  

Das Einspringen des Staates war zustande gekommen, da die verpflichtende Absicherung der Kunden seitens der Zurich per Gesetz auf 110 Millionen Euro gedeckelt war. Viele Urlauber drohten in der Folge, auf ihren Kosten sitzen zu bleiben, so dass sich die Bundesregierung entschloss, für die Differenz zwischen dem, was die Kunden bereits von der Zurich-Versicherung als Ausgleich bekommen haben, und ihren Gesamtausgaben aufzukommen. Verbraucherministerin Christine Lambrecht (SPD) begründete das Einspringen des Staates mit „Vertrauensschutz“.  

Um Reisenden in Zukunft mehr Schutz bieten zu können, plant die Bundesregierung eine Neuregelung des Insolvenzrechts. Ein entsprechendes Eckpunktepapier war im Sommer vom Bundeskabinett beschlossen worden. So sollen alle mit der Insolvenz zusammenhängenden Kosten in Zukunft über einen Fonds gedeckt werden, der von den Reiseveranstaltern finanziert wird. Einen Gesetzesentwurf hat das Bundesjustizministerium allerdings noch nicht vorgelegt.

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