Sterben kann teuer werden

Berater von Rainer Kreuzer

Wer kein Vermögen hinterlässt, sollte sich vorzeitig um das Wohl seiner Nachkommen kümmern. Ob Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung besser ist, zeigt die persönliche Beratung.

Beerdigung, laufende Kosten, Hauskredit... Wenn ein Elternteil stirbt, kann es für die Hinterbliebenen finanziell schnell eng werden.

Beerdigung, laufende Kosten, Hauskredit... Wenn ein Elternteil stirbt, kann es für die Hinterbliebenen finanziell schnell eng werden. Bild: Adobe Stock/MeganMahoneyPhotos

Von einer Hinterbliebenenversicherung profitieren naturgemäß nur die Hinterbliebenen, meist Lebenspartner und Kinder. Diese müssen neben dem menschlichen Verlust oft auch noch hohe finanzielle Lasten und Risiken bewältigen. Schon die Kosten für die Bestattung können rasch eine Höhe von um die 10.000 Euro erreichen. Doch das ist häufig erst der Anfang. Wenn der Verstorbene Alleinverdiener im Haushalt war, wird es für Partner und Kinder finanziell eng. Und wenn gar für das Eigenheim noch hohe Restkredite offen sind, droht der Verlust der eigenen vier Wände.

Was besser ist, eine Sterbegeldversicherung oder eine Risikolebensversicherung, hängt von den jeweils persönlichen Verhältnissen ab. Diese sollten im Beratungsgespräch mit dem Makler genau betrachtet werden.

Die wesentlichen Unterschiede:

EigenschaftenSterbegeldversicherungRisikolebensversicherung
LeistungsgarantieJaNur bei Tod während der vereinbarten Versicherungsdauer von meist 20 bis 30 Jahren
LeistungshöheMeist bis 10.000 Euro, auch bis 25.000 Euro werden genannt.Meist im sechsstelligen Bereich, nach Vereinbarung
VersicherungszweckBestattungskostenausgleichAbsicherung von Hinterbliebenen und/oder von Darlehen/Immobilien
PrämienbemessungHängt vor allem vom Alter bei Versicherungsbeginn ab.Hängt vom Alter, Gesundheit, Laufzeit und Versicherungssumme an. Erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern.
WartefristMeist ein bis drei Jahre. Stirbt der Versichere früher, werden oft nur die eingezahlten Beiträge abzüglich der Kosten ausgezahlt.Üblicherweise keine.
Beitragsfreiheit im AlterJe nach Versicherungsbeginn ab 65 oder 85 Jahren bzw. nach 15 bis 35 Beitragsjahren (Stichprobe: Finanztip.de)Nein
GesundheitsfragenBei Versicherungen ohne WartefristJa, auch Rauchen und gefährliche Hobbys sind relevant. Ausschluss bei einigen Risikofaktoren.

Wer braucht was?

Die Sterbegeldversicherung ist  insbesondere für Menschen mit geringem Vermögen ratsam, damit ihre Angehörigen oder Freunde eine angemessene Bestattung finanzieren können.  Sterbegeldversicherungen können auch im hohen Alter noch abgeschlossen werden, einige Anbieter bieten schon ab einem Alter von 40 Jahren entsprechende Policen an. Auch für Menschen mit höherem Vermögen kann eine entsprechende Police jedoch Sinn machen, beispielsweise wenn es darum gehen soll, mögliche Erbstreitigkeiten zu verhindern.

Da die Sterbegeldversicherung zumindest teilweise pfändungssicher ist und auch bei Bedürftigkeit wie Hartz-IV-Bezug in der Regel als Schönvermögen gilt, eignet sie sich für Kunden mit höheren Erwerbsrisiken.

Eine Risikolebensversicherung eignet am meisten für Menschen mit familiären Verpflichtungen (Lebenspartner und/oder Kinder) sowie zur Absicherung von Darlehen.

Die Versicherungssummen sind grundsätzlich um ein Vielfaches höher als bei der Sterbegeldversicherung - schließlich sollen weitaus höhere Risiken abgesichert werden als nur die Bestattungskosten, z.B. der Unterhalt für die Kinder für einige Jahre oder auch die Tilgung eines Immobilienkredits. "Wenn niemand finanziell von Ihnen abhängig ist, brauchen Sie keine Risikolebensversicherung", konstatiert Claudia Frenz vom Bund der Versicherten in Hamburg. "Sie ist unverzichtbar, wenn Ihre Familie von Ihnen wirtschaftlich abhängig ist."

Für Makler bietet sich vor allem eine Zielgruppe, die wirtschaftlich etwas höher angesiedelt ist, zum Beispiel junge Familien mit mittlerem Einkommen und Eigenheim. Besonders wenn die Einkommen der beiden Partner sehr ungleich verteilt sind, steigt das finanzielle Risiko im Todesfall des Hauptverdieners und der Bedarf nach Absicherung.

Besonders lukrativ kann der Versicherungsschutz für jüngere und gesunde Kunden ausfallen, die weder rauchen noch einem gefährlichen Hobby nachgehen. Nicht geeignet ist diese Art der Versicherung für Kunden, die ein Vermögen zur Altersvorsorge aufbauen wollen.

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