Risikolebensversicherung: Feste oder fallende Versicherungssumme?

Hinterbliebenenabsicherung Versicherungen Berater Top News von Rainer Kreuzer

Wer für seine Hinterbliebenen mit einer Risikolebensversicherung vorsorgen will, hat grundsätzlich zwei Modelle zur Wahl: Eine im Bedarfsfall feststehende Versicherungssumme oder eine im Laufe der Versicherungszeit fallende Versicherungssumme. Die Vor- und Nachteile müssen im Kundengespräch sorgfältig abgewogen werden.

Versicherungssumme

Konstant oder fallend: Welche Option eignet sich beim Abschluss einer Risikolebensversicherung am besten? Bild: Adobe Stock/alphaspirit

Bei der Auswahl der für ihn passenden Risikolebensversicherung muss der Kunde nicht nur die Laufzeit seines Vertrags festlegen, sondern auch eine Entscheidung über die Höhe der Versicherungssumme fällen. Hierbei gilt es beispielsweise zu berücksichtigen, wie hoch der abzusichernde Kredit bzw. wie viel Geld die abzusichernde Familie für welchen Zeitraum benötigt. Je nach Absicherungsgrund kommen für den Kunden grundlegend zwei verschiedene Option infrage: eine konstante oder eine fallende Versicherungssumme.

Konstante Versicherungssumme

Bei einer Versicherung mit feststehender Versicherungssumme vereinbart der Kunde mit dem Anbieter eine bestimmte Laufzeit, meist 20 bis 25 Jahre. Wenn der Versicherte in dieser zweit verstirbt, zahlt die Versicherung die von Beginn an im Vertrag festgelegte Summe. Das Modell ist einfach und überschaubar. Aber nicht immer notwendig:

Stellt sich später im Laufe der Vertragszeit heraus, dass der Vorsorgebedarf abnimmt, so könnte auf einen Teil der Versicherungssumme verzichtet werden - mit günstigeren Prämien. Beim Modell der konstanten Versicherungssumme besteht zumindest jährlich eine Kündigungsmöglichkeit und auch die Option auf eine Teilkündigung, eine Reduzierung der Versicherungssumme. Doch lohnt sich das? "Wenn ich später teilweise kündige, habe ich in der Regel zu viel Beitrag gezahlt in den Jahren, in denen ich noch die volle Summe versichert hatte", gibt Makler Holger Schnittker zu bedenken.

Fallende Versicherungssumme

Auch in diesem Modell wird vorab eine bestimmte Vertragszeit vereinbart. Verstirbt der Versicherte in dieser Zeit, so erhalten die Hinterbliebenen eine Versicherungssumme, deren Höhe jedoch vom Todeszeitpunkt abhängig ist. Je länger der Versicherte lebt, desto geringer wird die Summe im Todesfall. Nach einer zuvor festgelegten Regel schmilzt die versicherte Vorsorge im Laufe der Versicherungsdauer ab. Als klaren Vorteil nennt Makler Schnittker die deutlich geringeren Prämien gegenüber dem konstanten Modell.  "Aber ich bin an den Verlauf der fallenden Summe gebunden", warnt der niedersächsische Experte.

Absicherung eines Darlehens

Relativ vorhersehbar erscheint die Finanzierung eines Darlehens, zum Beispiel für den Erwerb einer Immobilie. Zins und Tilgung lassen sich über einen längeren Zeitraum hinweg berechnen. Mit jeder Rate schmilzt die Restschuld, der finanzielle Bedarf nimmt ab. Wenn die Risikolebensversicherung nur dazu dienen soll, ein Darlehen abzusichern, bietet sich das Modell der fallenden Versicherungssumme als das günstigere an. Zur Auswahl stehen hier eine annuitätisch fallende Versicherungssumme, die im gleichen Maße fällt wie die Restschuld des Kredits. Die andere Variante wäre eine linear fallende Versicherungssumme, die jährlich um den gleichen Betrag fällt.

Was brauchen die Hinterbliebenen?

Sollen jedoch die Hinterbliebenen für eine gewisse Zeit finanziell versorgt werden, so stellt sich die Frage: wie viel Geld benötigen sie für was?  

  • Wie lange müssen die Kinder noch versorgt werden?
  • Wie verändert sich die wirtschaftliche Situation des Lebenspartners?
  • Wird der Absicherungsbedarf in Zukunft abnehmen, wenn die Kinder ihre Ausbildung  abgeschlossen haben, wenn der Partner wieder ganztags arbeiten kann?
  • Zu erwägen sei auch die Einschätzung der künftigen Inflation, ergänzt Schnittker.

Wenn es um die Hinterbliebenenvorsorge geht, gilt es folglich viele Erwägungen und Ungewissheiten zu berücksichtigen. Ob der finanzielle Bedarf mit fortschreitender Vertragsdauer tatsächlich in einem berechenbaren Maße abnehmen wird, sollte akribisch geprüft werden. Makler Schnittker rät hier zur Vorsicht: "Eine fallende Versicherungssumme wäre für mich nur eine gute Lösung, wenn sie ein konkretes Darlehen abdecken soll und dann entsprechend ebenso fällt - die Familienabsicherung aber über eine separate Police erfolgt."

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