Riester-Bestand schmilzt weiter ab

Martin Thaler Versicherungen

Bei der staatlich geförderten Altersvorsorge bleibt die Entwicklung unverändert – die Vertragszahlen gehen weiter zurück. In Berlin wird derweil über eine Reform diskutiert.

Eis

Die Zahl der Riester-Verträge entwickelt sich weiter rückläufig, wie neue Zahlen des Bundesarbeitsministeriums zeigen. Bild: Pixabay/ Couleur

Die Zahl der Riester-Verträge entwickelt sich weiter rückläufig. Laut aktuellen Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sank die Zahl der staatlich geförderten Altersvorsorge-Verträge um insgesamt 53.000 auf nunmehr 16,425 Millionen. Damit bleibt der Abrieb auf demselben Niveau wie im vorherigen Quartal, als die Zahl der Riester-Verträge um 52.000 sank. 

Der größte Schwund war erneut bei den Versicherungsverträgen zu verzeichnen: Ihre Zahl sank gegenüber dem vorherigen Quartal um 29.000 auf 10,715 Millionen Verträge. Die Banksparverträge gingen um 19.000 auf 599.000 zurück, die Zahl der Fondssparpläne schrumpfte um 10.000 Verträge. Einen leichten Zuwachs gab es lediglich bei den Wohn-Riester-Verträgen zu verzeichnen. Ihre Zahl wuchs leicht von 1,811 auf 1,815 Millionen Verträge.  

 

JahrVers.vertr. (in Tausend)Banksp.vertr. (in Tausend)Investmentf.vertr. (in Tausend)Wohn-Riester (in Tausend)Gesamt (in Tausend)
201211.0237812.98995315.746
201311.0138053.0271.15416.000
201411.0308143.0711.37716.293
201510.9968043.1251.56416.489
201610.9317743.1741.69116.570
201710.8817263.2331.76716.607
201810.8276763.2881.81016.600
201910.7726273.3131.81816.530
I/202010.7446173.3071.81116.478
II/202010.7155993.2971.81516.425

Eine Erlahmung des Neugeschäfts ist bereits seit gut zehn Jahren zu beobachten, seit 2018 entwickelt sich der Gesamtbestand rückläufig. Erste Lebensversicherer, wie zuletzt die Debeka, haben sich infolgedessen aus dem Riester-Geschäft zurückgezogen.  

Um die staatlich geförderte Altersvorsorge wieder auf die Beine zu bekommen, wird im politischen Berlin derzeit über die Zukunft der Riester-Rente diskutiert. Teile der Unions-Bundestagsfraktion hatten sich unter anderem zuletzt für eine Erhöhung der Förderbeiträge, eine Öffnung für Selbstständige sowie eine Umbenennung der Riester-Rente in Zulagen-Rente ausgesprochen.  

Deutliche Kritik gab es darauf von Seiten des Paritätischen Gesamtverbands. Deren Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider wetterte: „Riester ist gefloppt und ein rentenpolitischer Zombie, der auch nicht dadurch reanimiert werden kann, dass man schlechtem Geld noch gutes Steuergeld hinterherwirft:“ Einziger Profiteur der Unions-Vorschläge ist aus Schneiders Sicht die Versicherungswirtschaft. Stattdessen plädierte er für einen rentenpolitischen Kurswechsel, der eine Abschaffung der Riester-Rente und eine Stärkung der gesetzlichen Rente beinhalten sollte.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare