Rating: Diese sechs privaten Krankenversicherer geben die Richtung vor

Anne Hünninghaus Versicherungen

Sechs von 32 PKV-Anbietern erhalten im aktuellen Ascore-Rating die Bestnote „sechs Kompasse“, nur ein Versicherer bekommt ein lediglich „ausreichendes" Zeugnis ausgestellt. Auch generelle Branchentrends lassen sich aus der Analyse ableiten.

Richtungsweisend: Sechs PKV-Anbieter erhielten im aktuellen Rating die Bestwertung von „hervorragenden“ sechs Kompassen.

Richtungsweisend: Sechs PKV-Anbieter erhielten im aktuellen Rating die Bestwertung von „hervorragenden“ sechs Kompassen. Bild: Adobe Stock/9dreamstudio

Mehr Krankenzusatzversicherte, aber rückläufige Vollversichertenzahlen; ertragreichere Kapitalanlagen, aber ein Rückgang bei der RfB-Quote: Das ist ein Teil der gemischten Bilanz des vergangenen Geschäftsjahrs in der Privaten Krankenversicherung. Das Analysehaus Ascore, 2018 von Softfair aufgekauft, hat unter leicht veränderter Methodik ein neues PKV-Rating vorgelegt.

Die vier Hauptbewertungsbereiche sind wie in den Vorjahren Erfahrung, Sicherheit, Erfolg und Bestand. Insgesamt flossen 17 bewertungsrelevante Kennzahlen und weitere ergänzende Kriterien in die Analyse ein. Die meisten Kennzahlen wurden über drei Jahre gemittelt, um Schwankungen auszugleichen. Die Punktzahlen wurden schließlich in „Kompasse“ umgerechnet.

Von den 32 analysierten Versicherern erhielten sechs PKV-Anbieter die Bestwertung von „hervorragenden“ sechs Kompassen.

Diese sechs PKV-Anbieter sind laut Rating „hervorragend“:

  • Arag Krankenversicherung
  • Hallesche Krankenversicherung
  • LVM Krankenversicherung
  • R+V Krankenversicherung
  • Signal Iduna Krankenversicherung
  • Universa Krankenversicherung

Im Vorjahr hatten nur vier Anbieter die Top-Note bekommen. Hallesche und Signal Iduna gelang der Sprung in die Spitzenriege.

Fünf Kompasse („ausgezeichnet“) erhielten die neun Anbieter Allianz PKV, Alte Oldenburger KV, Barmenia KV, Debeka KV, HanseMerkur KV, Inter KV, Münchener Verein KV, Provinzial KV Hannover und Württembergische KV. Schlusslicht mit nur zwei Kompassen („ausreichend“) ist die Versicherer im Raum der Kirchen Krankenversicherung. Mit nur einem Kompass als „schwach“ klassifiziert wurde kein Anbieter.

Die Verteilung der Punkte erfolgt auch weiterhin nach dem relativen Scoring-Verfahren. Dabei werden die einzelnen Kennzahlen im Vergleich zum Markt bewertet. Für jedes erfüllte Kriterium wird bei der Auswertung entweder ein ganzer oder ein halber Punkt vergeben. Auf eine direkte Gewichtung der einzelnen Kriterien wurde von den Analysten weiterhin verzichtet.  

Erst kürzlich hatte Morgen & Morgen die Bilanzzahlen von 30 Krankenversicherern untersucht und miteinander verglichen. Auch in diesem Rating gehörten R+V und LVM zu den drei Bestbewerteten, zudem war hier die Alte Oldenburger vertreten.

So hat sich die PKV 2019 entwickelt

Mit Blick auf die Branche lassen sich der Analyse zufolge diese generellen Trends feststellen:

  • Die Eigenkapitalquote ist bei den meisten Anbietern eher stabil geblieben
  • Der Branchenwert bei der RfB-Zuführungsquote ist insgesamt leicht gestiegen ist, die Barausschüttungsquote jedoch gesunken (im Vergleich zum Vorjahr um 2,5- bzw. 6,5-Prozentpunkte gesunken). Dies lässt sich auf eine höhere Entnahme aus der RfB für Limitierungen der Beitragsanpassungen zurückführen.
  • Solvencyquoten: Die Netto-SCR-Quote übersteigt bei allen Anbietern die Mindestgröße von 100 Prozent deutlich. Für das Rating waren daher nur die SCR-Quote (inklusive Volatilitätsanpassungen) bewertungsrelevant.
  • Insgesamt gelang es den Anbietern 2019 mehr zu erwirtschaften: die Rohergebnisquote ist dabei leicht von 10,7 Prozent auf 11,9 Prozent gestiegen. Dies liegt insbesondere an dem besseren Ergebnis aus der Kapitalanlage: die Nettoverzinsung beträgt im Geschäftsjahr 2019 3,2 Prozent, 2018 waren es 3,0 Prozent.
  • Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote liegt hingegen mit 11,6 Prozent unter dem Vorjahreswert von 13,3 Prozent.
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