Mittelstand entdeckt Interesse an Cyberversicherungen

Martin Thaler Versicherungen

Immer mehr Unternehmen scheinen über den Abschluss einer Cyberversicherung nachzudenken, wie eine neue Umfrage des GDV zeigt. Das Interesse ist dabei jedoch abhängig von der Firmengröße.

Erdhörnchen

Die Bereitschaft zum Abschluss einer Cyberversicherung scheint im Mittelstand zu steigen. Bild: Pixabay/ mordilla-net

Der deutsche Mittelstand scheint zunehmend Interesse an der Absicherung von Cyber-Risiken zu zeigen – dies ergibt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Insbesondere bei mittelgroßen Unternehmen mit Mitarbeiterzahlen zwischen 50 und 249 Angestellten steigt das Interesse an Versicherungslösungen sowie die Bereitschaft, eine Cyberversicherung abzuschließen. Während 2018 nur 22 Prozent dieser Firmen über eine Cyber-Versicherung verfügten oder eine solche abschließen wollten, war der Anteil mit 43 Prozent in diesem Jahr fast schon doppelt so hoch.  

Auch in kleinen Unternehmen (10 bis 49 Mitarbeiter, 2 bis 10 Millionen Euro Umsatz) ist eine ähnliche Entwicklung feststellbar. So war 70 Prozent der Entscheider bekannt, dass es Cyber-Versicherungen am Markt gibt – rund 20 Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Verdoppelt hat sich zudem die Zahl der Unternehmen, die bereits eine Cyber-Versicherung haben bzw. einen Abschluss planen: Ihr Anteil wuchs von 17 Prozent (2018) auf 35 Prozent (35 Prozent).   

Unverändert uninteressant scheint die Cyberversicherung indes für Kleinstunternehmen (bis 9 Mitarbeiter, bis 2 Millionen Euro Umsatz) zu sein. Fast 80 Prozent kennen die entsprechenden Policen nicht oder finden sie für ihr Unternehmen nicht interessant. Dass allerdings auch in kleinen Unternehmen, wie beispielsweise Arztpraxen, Cyberkriminelle enorme Schäden anrichten und den Betrieb zum Stillstand bringen können, erklärte auf procontra-online jüngst der auf Cyberversicherungen spezialisierte Makler Mike Amelang.

Auf die Verbreitung hat sich das steigende Interesse bislang allerdings nur bedingt ausgewirkt, wie eine Nachfrage beim GDV zeigt. So wuchs der Vertragsbestand von 50.000 Verträgen im Jahr 2018 auf schätzungsweise 60.000 Verträge 2019 - ein Plus von 20 Prozent. Die Beiträge wuchsen im selben Zeitraum um 70 Prozent von 50 auf 85 Millionen Euro. Angesichts von weit über 3 Millionen Unternehmen in Deutschland sind diese Zahlen jedoch weiterhin stark ausbaufähig.

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