Maxpool: „Kein Interesse an Wachstum ohne Marge“

Matthias Hundt Berater Maklers Lieblinge Top News

procontra: Welches Wachstum streben Sie außerhalb von Provisionserlösen an?

Drewes: Die Einführung der Servicevereinbarungen zwischen unseren Maklern und ihren Kunden ist ein strategisches Ziel bei uns für 2021. Momentan halten Maxpool-Makler insgesamt rund 3.500 Servicevereinbarungen zu ihren Kunden. Das ist bei uns noch ein zartes Pflänzchen und stark ausbaufähig. Andererseits sind diese Vereinbarungen auch sehr individuell und frei verhandelbar zwischen Makler und Kunden und daher nicht so einfach zu skalieren. 

procontra: Welcher Effekt soll damit erzielt werden?

Drewes: Durch Serviceentgelte sinkt die Abhängigkeit von Provisionserlösen und damit der Abschlussdruck in der Beratung. Mit unserem Endkundenportal „Sekretär“ versetzen wir unsere Makler in die Lage, Servicevereinbarungen für bestimmte Betreuungsleistungen, wie zum Beispiel den jährlichen Bestandscheck oder zusätzlichen Versicherungsschutz, mit ihren Kunden festzulegen. Darüber kann der Makler unabhängig von Neugeschäft eine Einnahmequelle aufbauen, die den Großteil seines bislang unentgeltlichen Aufwandes entschädigt. Auch auf Poolebene reduzieren wir unsere Abhängigkeit von Neugeschäft, da wir an den Servicevereinbarungen partizipieren.

UnternehmenPhönix Maxpool Gruppe
Eigentumsverhältnisse62% Oliver Drewes, 38% Sami Chakroun
Anzahl angesteller Mitarbeiterca. 100
Betreuungsquote (Verhältnis von Mitarbeitern zu Vertriebspartnern)1:70
Anzahl angeschlossener Vertriebspartnerca. 7.000
Anzahl "A-Makler" (Kriterium)rund 400 (ab 15.000 Euro Courtageumsatz p.a.)
Anzahl "B-Makler" (Kriterium)rund 800 (ab 7.500 Euro Courtageumsatz p.a.)
Anzahl "C-Makler" (Kriterium)rund 1.200 (ab 5.000 Euro Courtageumsatz p.a.)
Provisionserlöse (in Mio. Euro)
201922
201820
201718
Erlöse durch Serviceentgelte (in Mio. Euro)
20190,1
20180,05
2017keine
Kooperationen mit anderen Pools/VerbündenNetfonds: Kooperation im technischen Bereich, für die interne Abwicklung
Deckungskonzepte der PHÖNIX Schutzgemeinschaft für andere Pools/ Verbünde

procontra: Der einzelne Vermittler hegt kaum Wechselgedanken, was seine Poolanbindungen angeht. Das heißt, Makler müssen produktiver werden, damit der Pool wachsen kann. Wie wollen Sie bestehende Anbindungen produktiver machen, damit Maxpool wachsen kann?

Drewes: Das produzierte Umsatzvolumen muss gar nicht zwangsläufig steigen. Wir wollen Makler dazu motivieren, einen größeren Teil ihres Geschäftes über uns einzureichen. Wir sehen noch genügend Wachstumspotenzial für uns darin, wenn der Makler ein größeres Stück seines Kuchens über uns abwickelt.

procontra: Warum sollte er das tun?

Drewes: Insbesondere durch unsere fachliche Betreuung und den Service, den wir für unsere Partner als Backoffice und technischer Abwickler leisten. Gerade das Ziel, die Vermittler durch technische Services effizienter aufzustellen und an den eigenen Pool zu binden, eint alle Poolgesellschaften. Hier sind die Unterschiede zwischen den Pools, hinsichtlich Schnittstellen zu den Produktgebern, Dunkelverarbeitung der Antragsstrecke und Policierung, Maklerverwaltungsprogramm und Vergleichssoftware, mittlerweile relativ gering. Die tatsächlichen Unterschiede zeigen sich bei den übrigen Services und Mehrwerten, die über die reine Abwicklung hinausgehen. 

procontra: Was könnte einen Makler doch dazu bewegen, seine Poolanbindung zu wechseln?

Drewes: Technik allein ist nicht alles. Diese wird auch immer mehr zum Standard bei allen Poolgesellschaften. Wir legen einen starken Fokus auf die fachliche Betreuung unserer Partner. Das gilt nicht nur für die Begleitung bei der objektiven Produktauswahl, sondern auch für unseren Leistungsservice im Schadenfall. Diesbezüglich gibt es unter den Poolgesellschaften schon strategische Unterschiede, was den einen oder anderen Vermittler dazu bewegen kann, den Pool zu wechseln. Ich behaupte, wir sind als Pool deutlich mehr auf das Wohl der Kunden ausgerichtet als große Abwicklungsplattformen, da wir im Kern den Maklergedanken und weniger den Abwicklungsgedanken in uns tragen. 

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Seite 2: Was Makler zu einem Poolwechsel bewegen könnte
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