Maxpool: „Kein Interesse an Wachstum ohne Marge“

Matthias Hundt Berater Maklers Lieblinge Top News

Wann Maxpool-Chef Oliver Drewes gern auf Umsatz verzichtet, welchen Kurs er 2021 einschlagen will und wie er zu einem iPhone-Vergleich früherer Tage steht.

Maxpool-Chef Oliver Drewe

Maxpool-Chef Oliver Drewes im Interview über Pool-Zukunftsstrategien. Bild: Maxpool

procontra: Wie blickt ein Maklerpool-Chef aktuell auf „seine“ Branche?

Oliver Drewes: Positiv. Nahezu alle Poolgesellschaften verzeichnen Umsatzwachstum, teilweise zweistellig. Das lässt den Rückschluss zu, dass man sich gegenseitig kaum Geschäft abjagt, sondern dieses Wachstum hauptsächlich aus den jeweiligen direkten Anbindungen der Versicherer erzielt wird.

procontra: Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Maklern und Pools verändert?

Drewes: In der Vergangenheit wurden Pools von Maklern oft benutzt, um mit Versicherern zusammenarbeiten oder Produkte anbieten zu können, zu denen sie keine Direktanbindung haben. Das hat sich in der Vergangenheit insofern verändert, dass Makler ihr gesamtes Geschäft immer weniger in der Direktanbindung abwickeln, weil sich Pools zu Abwicklungsplattformen und zu einem Backoffice für den Versicherungsmakler entwickelt haben. Das vereinfacht das Maklergeschäft und führt dazu, dass sie ihre Poolanbindungen intensivieren.

procontra: Sterben Direktanbindungen zwischen Maklern und Versicherern also aus?

Drewes: In der Breite schon, da eine direkte Abwicklung für beide Seiten kaum noch Vorteile bringt. Die Maklerbetreuung der Versicherer konsolidiert sich weiter auf eine Key-Account-Betreuung für größere Einheiten und Plattformen. Durch diesen Abbau hat der Makler keinen Vorteil mehr in seiner Direktanbindung. Ebenso wenig bezüglich seiner Courtagehöhe oder in der Abwicklung seines Geschäfts. Auch der Versicherer reduziert seinen Betreuungsaufwand erheblich, wenn er mit einem Pool zusammenarbeitet, der ihm als Clearingstelle dient und Daten per Schnittstellen so anliefert, dass er diese effizient verarbeiten kann.

procontra: Warum sind die Zuwächse an Provisionserlösen sind bei Maxpool vergleichsweise gering?

Drewes: Wir könnten auch für größere Vertriebe die Abwicklung übernehmen und uns so deutlich höhere Provisionserlöse in die Bücher holen. Die Marge dabei wäre allerdings nicht auskömmlich. Wir haben kein Interesse an Wachstum ohne Marge. Aus meiner Sicht erzielen wir durch die Fokussierung auf Versicherungsmaklerbetriebe, mit einer Marge für den Pool, ein gesünderes Wachstum. Von daher verzichten wir lieber auf Umsatz mit Großvertrieben, wenn die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist.

procontra: Das Volumen in den Büchern würde aber die Position gegenüber Versicherern stärken.

Drewes: Das stimmt, doch unser Ziel war es nie, der größte Pool zu werden. Volumen und Größe erleichtern sicherlich die Verhandlungen um Courtagen und Konditionen bei den Produktgebern. Mir ist jedoch ein stabiles und ausgewogenes Wachstum lieber als ein überproportionales, das die internen Kosten ungesund in die Höhe treibt.

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