InsurTech-Services für Makler: „Vieles steckt noch in den Kinderschuhen“

Florian Burghardt Digital Berater Versicherungen

Betrugserkennung, Dunkelverarbeitung, Kundenservice: Die InsurTechs in der DACH-Region werden überwiegend Technik-Dienstleister für etablierte Versicherer. Eine aktuelle Studie hat die jungen Anbieter untersucht.

Wie werden InsurTechs die Makler in Zukunft unterstützen? Ideen seien viele da, doch es fehle noch an konkreten Umsetzungen, meinen Experten. Bild: Pixabay

Wie werden InsurTechs die Makler in Zukunft unterstützen? Ideen seien viele da, doch es fehle noch an konkreten Umsetzungen, meinen Experten. Bild: Pixabay

Das Einsparen von Kosten zum Wohle der Versichertengemeinschaft ist seit jeher eine Kernaufgabe der Versicherungsunternehmen. Die anhaltende Niedrigzinsphase befeuert den Druck, effizient zu arbeiten und bestehende Prozesse zu optimieren. Dabei können Versicherer auf ein wachsendes Angebot von externen Dienstleistern zugreifen. Gemeint sind viele InsurTechs. Denn nach den Anfängen als Online-Vermittler und teilweise auch Digitalversicherer konzentrieren sich nun immer mehr dieser jungen Unternehmen auf die Erstellung technischer Services, die die etablierten Versicherungsunternehmen nutzen können – und teilweise auch dringend brauchen.

Denn die zunehmend hybriden Kunden erwarten immer umfangreichere und einfach zu handhabende technische Angebote bei ihren Versicherern. Doch anders als früher selbst ein Bestandsverwaltungssystem zu entwickeln, lassen sich komplexe und sichere Frontend-Services für die Kunden nicht mehr einfach in den IT-Abteilungen der Versicherer produzieren. Beim Kundenservice, ebenso wie bei der Dunkelverarbeitung oder der digitalen Betrugserkennung können die InsurTechs ihre Stärken ausspielen und die Versicherer entlasten.

Studie zu 26 InsurTechs

Eine Übersicht und Analyse von 26 InsurTechs für die DACH-Region haben nun die Hamburg School of Business Administration (HSBA) und das Software- und Beratungsunternehmen sum.cumo erstellt. Bei der heutigen Studienpräsentation sagte Oliver Lang, CEO des Digitalversicherers ONE, dass auch digital-affine Versicherer spezielle Dienste outsourcen müssten. Die Studie würde eine gute Übersicht und Einordnung der etablierten Dienstleister in diesen komplexen Bereichen bieten.

Laut Arne Barinka, Vorstand der Rheinland Versicherungen, würde die Branche bereits vielfach mit solchen externen Anbietern zusammenarbeiten. Ihre Dienstleistungen würden jedoch überwiegend im Hintergrund agieren und für den Endkunden unbemerkt, aber verlässlich agieren.

Noch nichts konkretes für Makler

Doch inwieweit spielen die Tools und Dienstleistungen der InsurTechs, die sich die Versicherer von extern zukaufen, bereits für Makler eine entscheidende Rolle? Etwa wenn es darum geht, auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben oder sich als Vermittler durch technische Services vom Markt abzuheben. Auf diese procontra-Nachfrage sahen die Teilnehmer der Online-Diskussionsrunde momentan noch wenig konkrete Ansatzpunkte. Eine Differenzierung der InsurTech-Services sei aktuell noch schwierig. Entsprechend gebe es kaum konkrete Tools bei Versicherern, durch deren Weitergabe sich Makler wirklich vom Markt abheben könnten.

Zwar nannte Ingolf Putzbach, Geschäftsführer von sum.cumo, einige wichtige Prozesse, mit denen die Versicherer durch geschickte Digitalisierung bei den Maklern punkten könnten. Konkret gebe es aber noch keine herausragenden Beispiele zu nennen. „Hier steckt vieles noch in den Kinderschuhen“, so Putzbach.

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