Immer mehr Rentner arbeiten weiter

Martin Thaler Berater Versicherungen

Die Früchte ihrer Arbeit genießen – das können oder wollen immer weniger Rentner. Stattdessen arbeiten Senioren oft weiter, auch wenn sie längst nicht mehr müssten. Über die Gründe für diese Entwicklung gehen die Sichtweisen auseinander.

Rentner

Immer mehr Rentner arbeiten auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter. Bild: Pixabay/ pasja1000

Ein früher Ruhestand? Für viele Deutsche kommt ein solcher offenbar nicht in Frage. Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit, über die Spiegel Online berichtet, steigt die Zahl der Rentner, die zwar die Regelaltersgrenze erreicht haben, aber dennoch einer Erwerbsarbeit nachgehen, weiter an. 2019 traf dies auf 1,29 Millionen Menschen zu – rund 400.000 oder 45 Prozent mehr als 2010. Blickt man weiter zurück, fällt das Wachstum noch deutlicher aus: 2005 lag die Zahl der berufstätigen Rentner noch bei 682.000 – 547.000 weniger als heute.  

Zum Teil lässt sich dieser Anstieg demografisch begründen – so gibt es heute mehr Rentner als noch vor neun Jahren. Allerdings stieg die Zahl der Altersrentner von 2010 bis 2019 „nur“ um 3,9 Prozent auf rund 17,11 Menschen – allein hieraus lässt sich der Anstieg folglich nicht begründen.  

Großteil arbeitet geringfügig

Ein Großteil der erwerbstätigen Rentner (79,2 Prozent bzw. 1,02 Millionen) geht nach Berechnungen des AfD-Arbeitsmarktpolitikers René Springer lediglich einer geringfügigen Beschäftigung nach. 268.000 seien hingegen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Ihre Zahl sei in den vergangenen Jahren merklich gestiegen, von 11,9 Prozent im Jahr 2005 auf nun 20,8 Prozent.  

Die Gründe für diese Entwicklung sind allerdings umstritten. In einer Antwort auf eine kleine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion verneinte die Bundesregierung einen Zusammenhang der steigenden Erwerbstätigkeitszahlen von Rentnern mit einer zunehmenden Altersarmut. Verwiesen wurde dabei auf eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, wonach die betroffenen Rentner ihre Ausweitung des Berufslebens vorwiegend immateriell begründeten. Gründe seien hier vorwiegend der Spaß an der Arbeit, das Gefühl gebraucht zu werden bzw. der Kontakt zu anderen Menschen.  

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung merkt allerdings an, dass knapp die Hälfte aller erwerbstätigen Rentner auch finanzielle Gründe für die Erwerbsarbeit hat. Insbesondere Frauen scheinen dabei auf ein zusätzliches Einkommen zu ihren Rentenbezügen angewiesen zu sein.

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