germanbroker.net: „Es wird weiterhin intensiv um Makler gerungen“

Martin Thaler Berater Maklers Lieblinge Top News

Die meisten Makler verfügen über mehrere Poolanbindungen – nun geht es für Anbieter darum, erste Wahl zu werden. Im Interview spricht germanbroker.net-Chef Hartmut Goebel über die Vorzüge kleinerer Pools und Strategien für weiteres Wachstum.

germanbroker.net-Chef Hartmut Goebel

germanbroker.net-Chef Hartmut Goebel spricht über Zukunftsstrategien. Bild: germanbroker.net

procontra: Wie wird sich der Poolmarkt in den kommenden Jahren entwickeln?

Hartmut Goebel: Der Poolmarkt wird weiter auf einem stabilen Wachstumskurs bleiben, die Potentiale sind noch nicht ausgereizt. Das wird auch das Corona-Jahr 2020 nicht ändern. Wahrscheinlich werden wir bei germanbroker.net nicht die Wachstumszahlen des Vorjahres erreichen, dennoch rechne ich damit, dass wir auch dieses Jahr mit einem positiven Ergebnis beschließen können. Schwach wird hingegen weiterhin die Rentabilität ausfallen mit Umsatzrenditen von drei bis fünf Prozent. Das Ringen um den Makler bleibt weiterhin intensiv und damit auch der Zwang, entsprechende Vergütungen auszukehren. Der Margendruck auf die Poollandschaft wird folglich weiter hoch bleiben. 

procontra: Angesichts des kleinen Maklermarkts und der Vielzahl der Pools – ist der Kuchen praktisch nicht schon verteilt?

Goebel: Jein. Zum einen ist der Markt natürlich verteilt. Selbst Makler, die bislang eine Poolanbindung scheuten, haben sich dem Thema mittlerweile geöffnet. Auf der anderen Seite verfügt die Mehrzahl der Makler immer noch über zahlreiche Anbindungen. Dies wird sich in Zukunft allerdings ändern. Wir glauben, dass es durch die technologischen Bindungsanker, die die Pools ausgeworfen haben, für den Makler uninteressant wird, mit mehr als ein oder zwei Pools zusammenzuarbeiten. Hier beginnt jetzt der eigentliche Wettbewerb: Welcher Pool ist oder wird die A-Anbindung des Maklers? Dieses Ringen ist noch offen, der Kuchen ist hier noch nicht verteilt. Der Makler befindet sich hier einer attraktiven Position – er kann derzeit schauen, wie sich die einzelnen Pools mit welchen Kompetenzen entwickeln und wer sein spezielles Geschäftsmodell am besten unterstützt.

procontra: Wie wollen Sie denn die Makler von sich überzeugen?

Goebel: Indem wir uns am besten auf die von uns präferierte Zielgruppe einstellen. Wir suchen den inhabergeführten, mittelständischen Versicherungsmakler mit fünf plus x Mitarbeitern, der ein eigene technologische Basis inklusive eigenem Maklerverwaltungsprogramm bereits vorhält und der fachliche und technologische Lücken mit unserer Hilfe schließen möchte. Wir glauben, dass das Maklerverwaltungsprogramm die Schlüsseltechnologie für den Makler ist, mit der die meisten Geschäftsvorfälle gestartet und beendet werden und haben in diesem Zusammenhang auch Allianzen mit namhaften MVP-Anbietern geschmiedet, um unsere Technologien sehr nah an das jeweilige MVP heranzuführen. Zugleich betonen wir die digitale Unabhängigkeit des Maklers. Wichtig ist uns, dass der Makler auch weiterhin zur autonomen Datenhaltung befähigt bleibt.

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