Fonds Finanz: „Krisenzeiten sind Marktführerzeiten“

Anne Hünninghaus Berater Maklers Lieblinge Top News

procontra: Was ist die klügere Wachstumsstrategie: den einzelnen Makler stärker aufzustellen, oder mehr Makler zu gewinnen?

Porazik: Die beste Strategie ist immer den Makler als mündig anzuerkennen und ihm die Entscheidung zu überlassen, was er macht. Als Pool ist es am klügsten, Skalierungsmöglichkeiten auszuschöpfen und für den Makler damit den größten Nutzen zu spenden. Wir nutzen  unsere Größe, um herausragende Deals zu machen, die wir unseren Vermittlern kostenlos zur Verfügung stellen können – zum Beispiel Kooperationen mit Vergleichs- und Finanzanalyserechnern, Videoberatungssysteme oder auch Autos – wir versuchen immer das Beste für unsere Makler herauszuschlagen. Wenn der Makler mehr Umsatz bringt, steigt er über das über Loyalty-Programm Three Circles auf und bekommt mehr zurück. Zwar erhalten alle die gleiche Provision – als Belohnung für Loyalität gibt es aber deutlich mehr Marketing-Vertriebsunterstützung – beispielsweise Leads – und Support unsererseits.

UnternehmenFonds Finanz Maklerservice
Eigentumsverhältnisse100% Norbert Porazik und Markus Kiener
Anzahl angesteller Mitarbeiter380
Betreuungsquote (Verhältnis von Mitarbeitern zu Vertriebspartnern)1:71
Anzahl angeschlossener Vertriebspartner27.000
Anzahl "A-/B-/C-Makler" (Kriterium)Vertriebspartner der Fonds Finanz können am Loyalty-Programm Three Circles teilnehmen. Hier orientiert sich die Einstufung in Bronze- (15.000 Euro/Jahr), Silber- (30.000 Euro/Jahr) und Goldstatus (60.000 Euro/Jahr) am eingereichten Umsatz der Makler.
Provisionserlöse (in Mio. Euro)
2019175,3
2018155,7
2017130,6
Erlöse durch Serviceentgelte (in Mio. Euro)
20191,293*
20181,031*
20170,621* *(Diese Werte beinhalten ausschließlich Serviceentgelte aus dem KC Investment)
Kooperationen mit anderen Pools/Verbündenkeine

procontra: Gibt es etwas, das andere Pools besser machen als Fonds Finanz?

Porazik: Weil wir keine Deckungskonzepte machen, macht jeder andere Pool diese besser. Wir beschränken uns darauf Deckungskonzepte anderer in unsere Vergleichsprogramme aufzunehmen.

procontra: Jeder Makler hat im Schnitt drei Poolanbindungen. Was holen sich Ihre Vermittler woanders?

Porazik: Tatsächlich noch nur Deckungskonzepte – sonst können wir ihnen alles bieten.

procontra: Sich in diese Richtung zu öffnen, kommt für Sie aber nicht infrage?

Porazik: Nein, tatsächlich vertreten wir die Haltung, dass ein Pool seine Unabhängigkeit aufgibt, wenn er eigene Deckungskonzepte anbietet. Neutralität ist unser höchstes Gut, und wer eigene Produkte anbietet, kann nicht mehr objektiv agieren. Daher schließe ich ein solches Angebot auch für die Zukunft komplett aus. Außerdem ist es ein riskantes Unterfangen: Wenn das Deckungskonzept nicht mehr rentabel ist und die Versicherungen nicht mehr mitspielen wollen, müssen sie zehn- oder hunderttausende Kunden gleichzeitig umdecken. Das kann für alle Beteiligten zu einem großen Problem werden. Ich habe schon Deckungskonzepte sterben sehen, was Vermittler in sehr schwierige Situationen gebracht hat, vielleicht kommt daher meine Ablehnung.

Seite 1: "Wir brauchen keine zusätzlichen Lockmittel"
Seite 2: Warum Deckungskonzepte nicht zum Portfolio gehören
Seite 3: Auch in diesem Jahr zweistelliges Wachstum erwartet