DKM: So werden Makler hybrid

Digital Corona Berater Top News von Detlef Pohl

Wie die Corona-Krise als Chance zu kreativen Arbeitsbedingungen im Maklerbetrieb genutzt werden kann, offenbarten Berichte aus der Maklerpraxis auf der DKM.

hybride Arbeitsmodell

In den vergangenen Monaten haben immer mehr Makler hybride Arbeitsmodelle eingeführt. Bild: Adobe Stock/sdecoret

Der erste Tag der DKM war von Fachkongressen geprägt. Wie Makler „hybrid“, also online und offline, mit ihren Mitarbeitern und Kunden zusammenarbeiten können, beleuchtete am Montag Michael Richthammer, Partner des Instituts Ritter und Inhaber der Richthammer Versicherungsmakler GmbH & Co. KG in Weiden, beim Kongress „Hybrider Makler“.

Zur Erinnerung: Knapp die Hälfte der Makler schätzt die digitale Kompetenz im eigenen Büro lediglich als mittelmäßig ein und fühlt sich unsicher im Umgang mit digitalen Tools. Die größten Hürden bei der Einführung und Nutzung digitaler Tools sehen die meisten in der Datenschutzthematik und im zusätzlichen „Pflegeaufwand“. Dabei fühlt sich nur jeder Vierte durch die Versicherer sehr gut unterstützt.

In den vergangenen Monaten haben immer mehr Makler neue Arbeitsmodelle in ihren Firmen eingeführt. Auch seine Firma arbeitet bereits seit 16. März aus dem Homeoffice beziehungsweise mobil, berichtet Richthammer. Die Erfahrungen des Maklers in diesen sieben Monaten decken sich weitgehend mit den Ergebnissen einer Studie der Universität Stanford. Dabei waren in einem Versuch 255 Angestellte eines Callcenters ins Homeoffice geschickt und ihre Arbeitsleistung untersucht worden.

Homeoffice fördert Produktivität

Ergebnis: Die Mitarbeiter, die von zu Hause arbeiteten, erhöhten ihre Produktivität um 13 Prozent. Sie waren seltener krank, legten weniger Pausen ein und schafften ein größeres Arbeitspensum als vorher. Auch ihre Arbeitszufriedenheit stieg an, weshalb 50 Prozent weniger Mitarbeiter kündigten als in der Vergleichsgruppe, die weiterhin täglich ins Büro ging.

Auch Richthammer hat für seine Firma, in der aktuell 15 Prozent der Mitarbeiter wechselweise ins Büro kommen, positive Effekte gespürt. So gab es neben günstigen Auswirkungen auf das Raum- und Parkplatzangebot verringerte Ansteckungsgefahren mit Viren, dazu CO2-Einsparungen, digitale Fortschritte und damit verbunden positive Reaktionen der Mitarbeiter auf das kombinierte Online- und Offline-Arbeiten.

Gleichwohl habe es zahlreiche praktische Probleme zu lösen gegeben. So verursachte die ältere Telefonanlage, die demnächst erneuert wird, Extra-Kosten bei der Umleitung von Anrufen auf die Mobiltelefone der Mitarbeiter. Zwischenzeitlich sei es auch schwierig gewesen, kurzfristig Laptops fürs Homeoffice in ausreichender Zahl zu beschaffen, wobei man wegen der großen Nachfrage am Markt hohe Preise für die Hardware in Kauf nehmen musste.

Soziale Kontakte durch flexible Arbeitsmodelle 

Die Bürobesetzung musste neu geplant werden, der Informationsfluss verlangsamte sich zu Beginn der Corona-Krise und die interne Postverteilung hakte, ehe sich eine Scan-Routine einstellte. Zudem habe der menschliche Faktor gelitten. „Die Kollegen vermissten Gespräche bei einer Tasse Kaffee und in der Mittagspause, Teambuilding-Maßnahmen wie Betriebsausflug, Jubiläen oder After-Work-Partys mussten abgesagt werden“, erinnert sich Richthammer.

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