DKM: Altersvorsorgeprodukte haftungssicher vergleichen

Detlef Pohl Berater Versicherungen

Der Markt bietet verschiedene Vergleichsrechner für Altersvorsorgeprodukte. Doch häufig werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wie Makler dieser Falle entgehen können und welche neuen Trends es bei Fondsrenten gibt, zeigte ein DKM-Kongress.

Äpfel und Birnen

„Damit der Vergleich von Vorsorgeprodukten nicht wie ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen endet, ist stochastische Modellierung der Tarife wichtig“, weiß IVFP-Geschäftsführer Michael Hauer. Bild: Pohl / Grafik: IVFP

Prägten Fachkongresse schon den ersten Tag der DKM, so wurde am zweiten Tag mit gleich fünf Kongressen noch eine Schippe draufgelegt. Welche aktuellen Trends zur Fondsrente es gibt, wie der Tarifvergleich mit „fairgleichen.net“ schnell und haftungssicher gelingt und wie die Kapitalanlage mit der Fondsrente beherrschbar wird, beleuchtete am Dienstag Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) zusammen mit Experten von Lebensversicherern beim Kongress „Altersvorsorge“.

Der aktuellste Trend in der fondsgebundenen Rentenversicherung wurde dabei gar nicht besprochen: Fondspolicen sind inzwischen endlich bei vielen Beratern angekommen, da die Garantien im Neugeschäft der Lebensversicherung kaum noch der Rede wert und nachhaltige Renditen nicht mehr möglich sind. Hauer umschrieb dies mit dem Einspieler eines alten Songs der Neuen Deutschen Welle: „Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran.“

Viel Smalltalk im Chat, aber kaum Antworten 

Ob dies von seinen beiden Kronzeugen nun tatsächlich bewiesen wurde, ist Geschmackssache. Man habe aber das beste ETF-Portfolio von allen Versicherern für Fondsrenten, gab Karsten Schmithals, Bereichsleiter Privatkunden Vertriebsunterstützung der Alte Leipziger-Hallesche-Gruppe (ALH) zu Protokoll. Gleichwohl seien ETF nicht für jeden geeignet, relativierte Heiko Storjohann, Nachhaltigkeitskoordinator Vertrieb/Marketing bei ALH. Gerade bei ineffizienten Märkten könne ein Fondsmanager besser sein als der Vergleichsindex.

Was die Inhalte von Fondsrenten angeht, so gab es im Chat zur virtuellen Expertendiskussion durchaus interessante Rückfragen. Dabei zeigten sich die Grenzen einer Debatte, die eben nicht live stattfindet. Es gab keine Antworten für Berater, etwa: Wie geht es nach dem Verkauf weiter mit dem Portfolio der Fondspolice? Checkt der Berater das wirklich innerhalb seiner Betreuungspflicht? Muss er das? Betreuung macht ja Arbeit, wird aber kaum vergütet. Da hätten weitere Experten der ALH durchaus im Chat Antwort geben können. Das IVFP machte dies in einem späteren Vortrag besser.

Mehr Transparenz mit stochastischer Simulation

Andreas Kick, Partner des IVFP, stellte neueste Anwendungen von fairgleichen.net vor. Das Tool helfe Maklern, die am besten zum jeweiligen Kunden passenden Altersvorsorge-Produkte und -Tarife zu finden, auch zur Fondsrente. Der Markt bietet verschiedene Vergleichsrechner, die jedoch aber zum Teil fehlerhaft sind, weil sie rein auf Ablaufleistungsrankings setzen. „Das ist bei kapitalmarktnahen Produkten Humbug“, sagte Kick auf der DKM.

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Warum der Blick in den Chat bei virtuellen Tagungen lohnt

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