Diese Versicherungen sind im Osten beliebter

Florian Burghardt Versicherungen

Während das West-Ost-Gefälle bei den Renten noch nicht geebnet ist, gibt es bei Versicherungsverträgen eine gerechtere Verteilung zwischen den Bundesländern. Zwei Policen schließen die Ostdeutschen sogar deutlich häufiger ab als die Westdeutschen.

Bei der Versicherungsdichte pro Haushalt bilden Ost- und Westdeutsche größtenteils eine Einheit. Doch zwei Policen erfreuen sich in den neuen Bundesländern offenbar einer deutlich größeren Beliebtheit als im Westen.

Bei der Versicherungsdichte pro Haushalt bilden Ost- und Westdeutsche größtenteils eine Einheit. Doch zwei Policen erfreuen sich in den neuen Bundesländern offenbar einer deutlich größeren Beliebtheit als im Westen. Bild: Pixabay

Bei den Renten gibt es auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung noch ein Gefälle. Deutlich geringer fällt dagegen der Unterschied zwischen den alten und neuen Bundesländern beim Blick auf die private Absicherung der Haushalte aus. Dafür hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes herangezogen, für die 60.000 Haushalte befragt wurden.

Diese belegt: Bei der Versicherungsdichte sind Ost- und Westhaushalte größtenteils auf Augenhöhe. Beispielsweise verfügen in Westdeutschland 84 Prozent der Menschen über eine Privat-Haftpflichtversicherung, im Osten sind es 80 Prozent. Offenbar wird im Osten etwas weniger Auto gefahren. Denn dort gibt es in 77 Prozent der Haushalte eine Kfz-Versicherung, im Westen dagegen bei 82 Prozent.

Grundsätzlich fallen die Unterschiede aber in vielen Sparten nur sehr gering aus:

  • Private Rentenversicherungen: West 24 Prozent; Ost 20 Prozent
  • Riester-/Rürup: West 29 Prozent; Ost 27 Prozent
  • Kapitallebensversicherung: West 34 Prozent; Ost 32 Prozent
  • Rechtsschutzversicherung: West 48 Prozent; Ost 44 Prozent

Teils historische Ursachen

Bei zwei Policen sind allerdings deutliche Unterschiede erkennbar. Denn während in Westdeutschland 40 Prozent der Haushalte eine private Unfallversicherung haben, sind es im Osten der Republik durchschnittlich 51 Prozent. Auch die Hausratversicherung ist in den neuen Bundesländern offenbar beliebter. Dort haben 84 Prozent ihr Hab und Gut versichert, im Westen „nur“ 74 Prozent.

Laut dem GDV hat die zum Teil hohe Versicherungsdichte in Ostdeutschland auch historische Ursachen. Demnach dürften speziell in der Hausrat- und der Unfallversicherung noch einige Verträge der ehemaligen Deutschen Versicherungs-AG der DDR fortbestehen.

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