Diese Altersgruppe ist am vermögendsten

Anne Hünninghaus Berater

Die Vermögen sind hierzulande noch weitaus ungleicher verteilt als die Einkommen. Doch ab welchem Betrag zählen Haushalte zu den oberen zehn Prozent – und welche Beziehungskonstellation ist am förderlichsten für den Wohlstand?

Vermögensverteilung

In welchem Alter haben die Deutschen besonders viel Vermögen angehäuft? Bild: Adobe Stock/Esther Hildebrandt

„Ich würde mich zur gehobenen Mittelschicht zählen“ – mit dieser Aussage erntete CDU-Vorsitz-Anwärter und Unternehmensberater Friedrich Merz, seines Zeichens Wirtschaftsanwalt und Flugzeugbesitzer, vor zwei Jahren jede Menge Spott. Tatsächlich ist es hierzulande eher verpönt, sich selbst als reich zu bezeichnen. Doch die wohlhabendsten zehn Prozent bestehen entgegen der verbreiteten Eischätzung keinesfalls nur aus Millionären. Eine knappe halbe Million – über ein solches Nettovermögen müssen deutsche Haushalte durchschnittlich verfügen, um zu den wohlhabendsten zehn Prozent zu gehören. Ob dieses zum Beispiel im Eigenheim steckt, in Lebensversicherungen investiert ist oder auf Sparkonten liegt, spielt dabei keine Rolle. Das besagt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Im Vergleich der Altersgruppen und der Zahl der im Haushalt lebenden Personen gibt es derweil große Unterschiede.

Je älter, desto vermögender

Je älter die Deutschen, desto größer ist ihr Vermögen, das hatte das IW erst kürzlich in einer Studie herausgestellt. Die relative Wohlstandsverteilung ist daher nach Altersguppen gestaffelt zu betrachten. Ein Haushalt mit einem Haupteinkommensbezieher unter 30 Jahren gehörte im Jahr 2018, auf das sich die erhobenen Daten beziehen, beispielsweise bereits zum reichsten Zehntel seiner Altersgruppe, wenn das Vermögen 71.300  Euro überschreitet. Bei Hauptverdienern zwischen 55 und 59 Jahren lag die Gruppengrenze hingegen bei 625.400 Euro. Im Schnitt aller Altersgruppen liegt die Grenze bei 477.200 Euro. Ein Haushalt benötigt somit den rund siebenfachen Betrag des Medianvermögens, also dem Vermögen genau in der Mitte der Verteilung, um es ins oberste Zehntel zu schaffen.

Neben dem Alter zählt aber auch die Beziehungskonstellation, wenn es um das Vermögen geht. Zusammenlebende Paare sind hier klar im Vorteil: Während Singles und Alleinerziehende über ein Medianvermögen von 20.000 Euro verfügen, kommen diese im Mittel auf über 151.000 Euro. In Abgrenzung zu den Vermögen sind die Einkommen in Deutschland laut dem Institut etwas gleichmäßiger verteilt. Zur oberen Mittelschicht gehört laut IW, wer das Anderthalbfache des mittleren monatlichen Nettoeinkommens von knapp 2.000 Euro verdient. Ab dem Zweieinhalbfachen dieses Betrags, also knapp 4.900 Euro netto, kann man sich bereits „einkommensreich" nennen – so man denn möchte.

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