Die Beratung zum Cyber-Risiko – Spagat für den Versicherungsvermittler

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Der Schutz vor Cyber-Attacken kann existenziell für Unternehmer sein - entsprechend wichtig ist die richtige Absicherung. Doch worauf gilt es für den Makler hierbei zu achten, welche Obliegenheiten sind anzusprechen und welche Punkte zwingend anzusprechen? Mit diesen Punkten befasst sich der auf Cyber-Versicherungen spezialisierte Makler Mike Amelang in seinem Gastbeitrag.

Mike Amelang

Rät zu einer umfassenden Beratung unter Einbeziehung weiterer Sachversicherungen: Versicherungsmakler Mike Amelang. Bild: Amelang

Die Beratung von gewerblichen oder privaten Kunden zum Cyberrisiko bedarf vom Versicherungsvermittler eines vielseitigen Spagats im Bereich ganz verschiedener Risiken. Die allgemein noch als „neues Risiko“ zu bezeichnende Gefahr, Opfer eines Informationsschadens, im Volksmund auch als Datenschutzverletzung oder Cyberattacke bekannt, zu werden, steigt in einer sich immer weiter digitalisierten Welt mit jedem Tag an. Inflationär und ohne Substanz werden Begriffe wie: „gehackt“ oder „verschlüsselt“, „Daten geklaut“, „erpresst“, „Ausfall“ usw. in der Öffentlichkeit verwendet. Was diese Begriffe im Einzelnen für die Betroffenen bedeuten, ist zumeist unbekannt: Die entstandenen Schäden sowie die sich hieraus ergebenen Folgen bleiben weitgehend im Dunklen.  

Wenn schon die Folgen einer Datenschutzverletzung oder Cyber-Attacke weitestgehend unbekannt sind, so beantwortet sich die Frage nach dem Kenntnisgrad der Ursachen vermutlich weitgehend von selbst.  

Umfangreiche Risiko-Erforschung durch den Vermittler 

Zunächst bedarf die Beratung und Vermittlung einer Cyberschutz-Versicherung– wie bei allen Versicherungsprodukten - einer grundsätzlichen Analyse des jeweiligen konkreten Risikos und der Bedürfnisse des Kunden (§ 61 I VVG). Das Cyber-Risiko umfasst jedoch weitere Aspekte der Risikoeinschätzung. Von Belang ist z.B. die Frage der Betriebsunterbrechung im Falle eines Datenschadens. Die Betriebsunterbrechung, welche lange Zeit ein Schattendasein fristete, erhielt durch die Corona-Krise neuen Aufschwung.  

Ähnlich wie ein Krankheits- kann auch ein Computer-Virus die Betriebstätigkeit unterbrechen. Zu klären ist in diesem Zusammenhang welche Umsatzausfälle zu Buche schlagen. So können Ärzte ohne Datenzugriff nicht praktizieren und verlieren Stunde um Stunde, Tag für Tag Umsatz und damit Einkommen. Beim produzierenden Gewerbe sieht es ähnlich aus. Der Versicherungsvermittler hat hier umfangreiche Informationen zu erfragen, um für den Ernstfall vorzusorgen.  

Hinzu kommt, die bestehenden IT-Systeme in ihrer qualitativen Eigenart aufzunehmen. Soll eine Cyberschutz-Versicherung Deckung bieten, so muss der Kunde, also der Verantwortliche im Sinne der DSGVO, gemäß Art. 32 DSGVO seine Hard- und Software auf dem Stand der Technik haben.

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Seite 3: Kenne die Obliegenheiten

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