Die 5 größten Rechtsrisiken für Unternehmen

Martin Thaler Berater Versicherungen

Über 80.000 Leistungsfälle aus dem vergangenen Jahr hat die Roland Rechtsschutzversicherung ausgewertet und hieraus die potentiell größten Rechtsrisiken für Gewerbekunden ermittelt. Durch die Corona-Krise wird es in diesem Jahr jedoch einige Veränderungen geben.

Roland

Die Roland Rechtsschutzversicherung hat ihre Leistungsfälle aus dem vergangenen Jahr ausgewertet und hieraus die größten Rechtsrisiken für Unternehmer ermittelt. Bild: Roland

Ob Selbstständige, Freiberufler oder Unternehmen – der Arbeitsalltag ist gesäumt von Risiken. Verstöße gegen das Arbeitsrecht, Schadensersatzforderungen oder auch einfach nur der falsch geparkte Firmenwagen haben dabei oftmals ein juristisches Nachspiel. In welchen Fällen das besonders häufig der Fall war, hat nun erneut die Roland Rechtsschutz-Versicherung ermittelt. Insgesamt wertete der Versicherer dafür 86.000 Leistungsfälle aus 2019 aus – deutlich mehr als noch im Vorjahr (5.900). In diesem Jahr dürfte sich die Statistik aufgrund der Corona-Pandemie allerdings verschieben, teilte Roland bereits mit – derzeit überwögen Vertragsstreitigkeiten.  

Platz 5: Schadenersatzforderungen  

Sowohl Privatpersonen, als auch Unternehmen können Opfer von Schadensersatzforderungen werden. Hier verzeichnete Roland Rechtsschutz insgesamt 8.000 Fälle von Industrie- und Gewerbekunden im vergangenen Jahr. Das waren 9,3 Prozent aller Fälle.  

Platz 4:  Auseinandersetzungen rund um Grundstücke und Immobilien  

Gibt es Klagen zu Lärmbelästigungen? War die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft? Wehrt sich der Mieter gegen die jüngste Mieterhöhung? Rechtliche Risiken im Zusammengang mit Immobilien oder Grundstücken gibt es zahlreiche. Rund 9.000 Fälle bei gewerblichen Mietern und Vermietern verzeichnete die Roland 2019 – das waren 10,47 Prozent aller Fälle.  

Platz 3: Arbeitsrechtliche Konflikte  

Rund 16.000 Fälle (18,6 Prozent) bearbeitete die Roland im vergangenen Jahr, die auf Kündigungen, Vertragsaufhebungen oder andere arbeitsrechtliche Themen zurückzuführen waren. Fast die Hälfte der Fälle entfiel dabei auf Kündigungsschutzklagen von Mitarbeitenden. Weitere rechtliche Konflikte drehten sich um Abfindungen, Gewinnbeteiligungen oder Wettbewerbsverbote.  

Durch die Corona-Krise könnte dieses Thema für viele Unternehmen eine noch höhere Bedeutung einnehmen. Bis September 2020 registrierte die Roland bereits 13.500 arbeitsrechtliche Fälle, in denen es unter anderem um die Themen Kurzarbeit, Lohnfortzahlung oder Homeoffice ging.    

Platz 2: Streitigkeiten rund um Verträge  

Das Geschäftsleben ist geprägt vom Abschluss unterschiedlicher Verträge – ob zur Bestellung oder zum Verkauf von Waren, der Finanzierung des Unternehmens oder um mit Vertragspartnern bestimmte Vereinbarungen zu treffen. Erfüllt ein Vertragspartner seinen Teil der Vereinbarung nicht, landete ein solcher Fall oftmals vor Gericht. Insgesamt verzeichnete die Roland rund 20.900 Leistungsfälle im Gewerbebereich – das waren 24,3 Prozent aller ausgewerteten Fälle.  

Infolge der Corona-Krise hat dieser Bereich deutlich an Gewicht gewonnen. Grund dafür sind unter anderem zahlreiche abgesagte Reisen und Veranstaltungen. Bereits Ende September verzeichnete der Versicherer dreimal so viele Reise-Rechtsstreitigkeiten wie im gesamten vergangenen Jahr. Zudem gibt es fast 50 Prozent mehr Schadensmeldungen beim Versicherungsvertragsrechtsschutz – hier spiele unter anderem das Thema Betriebsschließungsversicherung eine gewichtige Rolle, bei dem es zu zahlreichen Gerichtsverfahren kommt. Allein das Münchener Landgericht vermeldete jüngst, dass über 80 entsprechende Verfahren anhängig seien.

Platz 1: Ärger im Straßenverkehr  

In entgegengesetzter Richtung verläuft der Trend bei Rechtsstreitigkeiten, die den Straßenverkehr und dabei unter anderem Ordnungswidrigkeiten von Firmenfahrzeugen betreffen. War dieser Bereich mit 23.000 Leistungsfällen (26,7 Prozent) 2019 noch führend, nimmt der 2020 mit bislang 17.700 Fällen „nur“ den zweiten Platz ein. Grund hierfür dürfte das deutlich niedrigere Verkehrsaufkommen in den ersten Wochen der Corona-Pandemie sein.

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